Private Gesundheitsausgaben: Nicht gut aufgehoben

Kommentar19. August 2016, 17:26
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Viele Menschen fühlen sich im Kassenarztsystem nicht mehr gut aufgehoben

Man hat es nun schwarz auf weiß: Honorare für Wahlärzte machen einen beträchtlichen Teil der privaten Gesundheitsausgaben der Österreicher aus. Das zeigen Detailauswertungen von Statistik-Austria-Daten. Die Zahnmedizin ist im ambulanten Bereich bei den direkten Selbstzahlungen von Privathaushalten zwar mit 674 Millionen Euro der größte Brocken, doch gleich darauf folgen die Ausgaben für Wahlärzte (511 Millionen).

Was man allerdings nicht weiß: Wie sich diese Zahlen zuvor bereits entwickelt haben. Die Aufschlüsselung privater Direktzahlungen im ambulanten Bereich ist erst seit dem Jahr 2014 einsehbar.

Andere Daten deuten darauf hin, dass der Zustrom zu Wahlärzten stark ist: Demnach wuchs die Summe der Ausgaben der Kassen für eingereichte Wahlarztrechnungen binnen 14 Jahren auf das Dreifache. In absoluten Zahlen ist die Summe im Vergleich zu Aufwendungen im Kassenbereich klein. In ihr steckt aber nur jener Teil der privat bezahlten Honorare, der von den Kassen refundiert wurde. Gänzlich außen vor sind zudem Rechnungen, die nie eingereicht wurden – immerhin angeblich fast die Hälfte.

Dass immer öfter privat für Arztbesuche bezahlt wird, mag ein Ausdruck dessen sein, dass es sich einige einfach leisten können und wollen. Es zeigt aber auch, dass sich viele Menschen im Kassenarztsystem nicht mehr gut aufgehoben fühlen. (Gudrun Springer, 19.8.2016)

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