Samstag: Kurden-Demonstration in Wien

19. August 2016, 14:29
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500 Teilnehmer werden erwartet, die Polizei kündigt ein massives Aufgebot an

Wien – Diesen Samstag wird wieder eine Demonstration von in Österreich lebenden Kurden in Wien stattfinden. Die Demonstration, die sich vom Schwarzenbergplatz über den Ring bis zum Parlament bewegen wird, steht unter dem Motto "Gegen Menschenrechtsverletzungen in der Türkei und die Isolation von Abdullah Öcalan".

Zusammenschluss verschiedener Gruppen

Organisiert wird der Protest vom "demokratischen Bündnis", einem Zusammenschluss von kurdischen, alevitischen und türkischen linken Vereinen. Federführend agiert Feykom, der Rat der kurdischen Gesellschaft in Österreich. Die innenpolitischen Entwicklungen der Türkei spiegeln sich auch in der kurdischen und türkischen Diaspora hierzulande wider. Während derzeit zehntausende Entlassungen und Festnahmen von Gülen-Unterstützern in der Türkei an der Tagesordnung stehen, beklagt die kurdische Community die geringe Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft für die bürgerkriegsähnlichen Zustände in den kurdischen Gebieten.

Unter diesem Aspekt ist auch das Motto der Demonstration zu verstehen. Es wird befürchtet, dass das AKP-Regime unter Erdoğan im Schatten der Gülen-Krise versucht, im Hintergrund seinen Kampf gegen die Kurden voranzutreiben. Hinzu kommt die Sorge um PKK-Führer Abdullah Öcalan, der seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten auf einer Insel inhaftiert ist. Der von der Türkei als Terrorist verurteilte Öcalan ist nach wie vor eine wichtige Identifikationsfigur für viele der politisch aktiven Kurden.

Ausschreitungen letzte Woche

Vergangene Woche fand ebenfalls eine Kurden-Demonstration statt, bei der es zu Ausschreitungen kam, als türkische Nationalisten die Veranstaltung stören wollten. "Wir lehnen jede Form von Gewalt entschieden ab", kommentiert Feykom-Sprecherin Ruken Eraslan die Vorfälle gegenüber dem STANDARD. Es werde versucht, die eigenen Mitglieder darauf vorzubereiten, auf etwaige Provokationen nicht einzugehen. 500 Teilnehmer werden dieses Mal erwartet, die Polizei hat keine Hinweise darauf, dass sich erneut ähnliche Szenerien wie zuletzt abspielen werden. Trotzdem werde das Polizeiaufgebot "entsprechend massiv" sein, ließ die Exekutive verlauten. (Vanessa Gaigg, 19.8.2016)

  • Kurdische Gruppierungen gehören zu den demonstrationsfreudigsten in Wien. Diese Aufnahme stammt von einem Protest im November 2011.
    foto: apa / andreas pessenlehner

    Kurdische Gruppierungen gehören zu den demonstrationsfreudigsten in Wien. Diese Aufnahme stammt von einem Protest im November 2011.

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