Nordkorea kündigt Netflix-Klon an

19. August 2016, 13:14
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Eigener Streamingdienst ist offenbar für die Elite des Landes gedacht, offiziell ist Nordkorea nicht mit Internet verbunden

Nordkorea wird einen eigenen Streaming-Dienst entwickeln. Das kündigte das Staatsfernsehen diese Woche an. Die Meldung mutet einigermaßen absurd an, da die Verbindungsgeschwindigkeiten für nordkoreanische Nutzer im extrem langsamen Bereich rangieren. Außerdem sind die regulären User nicht dem Internet verbunden, sondern surfen in einem staatlichen Intranet. Forbes bezeichnet die Ankündigung daher vor allem als "Propaganda-Schritt", außerdem soll wohl die Elite des Landes zufrieden gestellt werden.

"Manbang"-Set Top Box

Unklar ist, ob der Dienst, der über eine Set-Top-Box mit dem für westliche Ohren kuriosen Namen "Manbang" aufgeliefert wird, tatsächlich als Netflix-ähnliches Video-on-Demand oder als IPTV funktionieren wird. Offenbar können Sendungen von fünf unterschiedlichen Kanälen ausgewählt werden. Der Nordkorea-Experte Steven Weber von der University of California denkt nicht, dass der vorgestellte Ansatz wirklich funktionieren kann. "In einer imaginären Welt könnte Nordkorea wohl eigene Inhalte erstellen, sie in isolierten Servern ohne Internetzugang lagern und verteilen, aber das schafft nicht einmal China", sagt Weber zu Forbes.

Schmuggelei

Westliche Filme werden meist auf Smartphones und Festplatten nach Nordkorea geschmuggelt. Berichten zufolge soll sich dort etwa "Titanic" hoher Beliebtheit erfreuen. Das Regime in Nordkorea will seine Bevölkerung von der Außenwelt abschotten. Oft werden auch Gerüchte über den restlichen Zustand der Welt verbreitet – etwa, dass in den USA der Ebola-Virus grassiert. Das Land gilt als einer der schlimmsten Orte, was Menschenrechte betrifft. (red, 19.8.2016)

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Forbes

  • Ein nordkoreanischer Militär erzählt Diktator Kim Jong-Un einen Witz
    foto: apa/afp/kcna

    Ein nordkoreanischer Militär erzählt Diktator Kim Jong-Un einen Witz

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