Infiniti arbeitet an der variablen Verdichtung

Kolumne30. August 2016, 12:30
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Die Autohersteller investieren nicht alle Kraft in alternative Antriebe, sondern arbeiten auch noch am Verbrenner

Die drohende Konkurrenz durch das Elektroauto beflügelt offenbar auch althergebrachte Technologien. So verspricht eine variable Verdichtung beim Benzinmotor einen Riesenfortschritt sowohl bei der Abgasqualität als auch beim Verbrauch.

Problem Turbomotor

Grundgedanke: Eine hohe Verdichtung führt bei hoher Last zur Selbstentzündung des Benzin-Luft-Gemischs, im Volksmund auch Klopfen genannt. Von der Höhe der Verdichtung hängt aber unmittelbar der Wirkungsgrad ab. Besonders heikel ist das bei Turbomotoren, zumal hier zum Verdichtungsverhältnis des Motors auch noch die verdichtet eingeblasene Luft dazukommt. Früher konnte man einen Turbomotor deshalb nur mit 8:1 Grundverdichtung auslegen. Durch Fortschritte in der Verbrennungssteuerung gelingt jetzt schon etwa 10:1, bei Saugmotoren sogar 14:1.

Durch variable Verdichtung kann man je nach Lastanforderung das Verdichtungsverhältnis nun anpassen. Dadurch kann im Teillastbereich immer mit hoher Verdichtung gefahren werden. Im eher seltenen Volllastbereich wird die Verdichtung zurückgenommen, um Selberzünden zu verhindern.

Wirkungsgrad und Abgasreinigung

Das würde den Ottomotor schlagartig in den Wirkungsgradbereich eines Diesels katapultieren, die Abgasreinigung wäre dabei wesentlich leichter. Aber die mechanische Umsetzung ist extrem schwierig.

Anfang 2000 stand Saab mit einem kippbaren Zylinderkopf knapp vor dem Durchbruch. Auch heute nimmt wieder ein "kleiner" Hersteller, nämlich die Nissan-Tochter Infiniti Anlauf zur Serienumsetzung der großen Idee mittels verstellbarer Kurbelwelle. (Rudolf Skarics, 30.8.2016)

  • Infiniti arbeitet an einem Turbo-Benziner mit variabler Verdichtung – einem alten Traum vieler Motorenbauer.
    foto: infiniti

    Infiniti arbeitet an einem Turbo-Benziner mit variabler Verdichtung – einem alten Traum vieler Motorenbauer.

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