Verhandlungen über Feuerpause für Aleppo

19. August 2016, 13:51
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Russland signalisiert Unterstützung für von UN geforderter 48-stündiger Waffenruhe – Einzelheiten müssen offenbar noch ausgehandelt werden

Aleppo/Moskau/Berlin – Die Bevölkerung in der umkämpften syrischen Metropole Aleppo kann auf eine 48-stündige Feuerpause hoffen. Nach einer entsprechenden Forderung des UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, am Donnerstag in Genf signalisierte das russische Verteidigungsministerium über Twitter seine Unterstützung. Die Vereinten Nationen (UN) begrüßten dies. Aus westlichen Diplomatenkreisen in Genf verlautete, die Regierung in Moskau habe gegenüber den Vereinten Nationen ihre Zustimmung zu einer Waffenruhe ab Anfang kommender Woche gegeben. Allerdings müssten die Einzelheiten noch ausgehandelt werden, sagte der Insider. Russland ist der wichtigste Verbündete der syrischen Regierung im Bürgerkrieg.

In Aleppo leben trotz der Kämpfe bis zu zwei Millionen Menschen. Sie haben unter anderem keinen Zugang zu sauberem Wasser, weil die Infrastruktur in der Stadt bei Bombenangriffen zerstört wurde. Der von islamistischen Rebellen kontrollierte Osten Aleppos ist zudem von syrischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten eingekesselt. Dort sollen etwa 250.000 Zivilisten eingeschlossen sein. Syriens Verbündeter Russland hat tägliche dreistündige Feuerpausen zur Versorgung der Menschen angeboten. Die Rebellen sind darauf nicht eingegangen.

Positive Reaktion aus Berlin

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat das russische Angebot begrüßt. Dies sei ein entscheidender Schritt, um die Menschen vor Ort mit dringend benötigten Nahrungsmitteln, medizinischer Hilfe und sauberem Trinkwasser vorsorgen zu können, hieß es am Donnerstag im Auswärtigen Amt.

Ungeachtet des Vorschlags gingen die Kämpfe in Alepppo allerdings vorerst weiter. Kampfjets des Regimes bombardierten auch am Freitag Rebellengebiete im Osten der zwischen Aufständischen und Regierungseinheiten geteilten ehemaligen Handelsmetropole, teilte die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mit, die sich auf ein dichtes Netz von Informanten stützt, deren Angaben von unabhängiger Seite aber kaum zu überprüfen sind.

Hunderttausende eingeschlossen

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im ganzen Land etwa 590.000 Menschen durch Belagerungen eingeschlossen. Seit Anfang August hätten keine Hilfskonvois mehr diese Orte erreicht, erklärte de Mistura in Genf. Er habe daher die Arbeit der Sondergruppe für humanitäre Hilfe bis kommende Woche ausgesetzt, um ein Zeichen zu setzen.

In dem fünfjährigen Konflikt kämpfen verschiedene Gruppen gegeneinander. Im Nordosten bombardierte nach kurdischen Angaben die syrische Luftwaffe erstmals von den Kurden kontrollierte Gebiete. Entsprechende Viertel der Stadt Hasaka seien getroffen worden, sagte ein Sprecher der Kurden-Miliz YPG. Zudem seien diese Stadtteile unter Artilleriebeschuss genommen worden. Es gebe Tote und Verletzte. Auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über die Bombenangriffe. Die syrische Armee äußerte sich nicht zu den mutmaßlichen Angriffen. Die YPG kontrollierte große Gebiete im Nordosten Syriens, in denen kurdische Gruppen seit Beginn des Bürgerkrieges eine autonome Verwaltung errichtet haben. (Reuters, 19.8.2016)

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