Prüfung der Asylanträge von türkischen Soldaten begonnen

19. August 2016, 11:25
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Männer landeten nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli mit einem Armeehubschrauber in Alexandroupolis – Haftbefehl gegen dutzende Akademiker

Athen – In Griechenland begannen am Freitag die Anhörungen zu den Asylanträgen von acht türkischen Soldaten, die während des Putschversuchs in der Türkei in das Nachbarland geflüchtet waren. Zunächst sollen zwei von ihnen vor dem zuständigen Ausschuss erscheinen.

Ankara hatte am Mittwoch offiziell die Auslieferung der Männer beantragt. Die Türken waren unmittelbar nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli mit einem Armeehubschrauber in Alexandroupolis gelandet.

Ein Gericht in der nordgriechischen Stadt verurteilte sie kurz darauf wegen "illegaler Einreise" zu jeweils zwei Monaten Haft auf Bewährung. Bis zur Entscheidung über ihre Asylanträge in etwa einem Monat sollen sie in Polizeigewahrsam bleiben. Sollte Griechenland dem Auslieferungsbegehren der Türkei nicht entsprechen, dürfte dies die bilateralen Beziehungen schwer belasten.

Ankara sucht nach dutzenden "Deserteuren"

Insgesamt sollen noch 137 Militärangehörige auf der Flucht sein, wie es von den türkischen Streitkräften hieß. Unter diesen Deserteuren sind laut Verteidigungsminister Fikri Isik neun im Rang eines Generals oder Admirals.

In der Nacht des Umsturzversuches vom 15. Juli wurden nach jüngsten Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim 36 am Putsch beteiligte Soldaten getötet sowie 49 verwundet festgenommen. In der Folge wurden zahlreiche Militärangehörige festgenommen. Wie viele aktuell in Haft sitzen, ist nicht bekannt. Yildirim nannte zuletzt die Zahl von insgesamt 20.355 Verdächtigen, die in Untersuchungshaft sitzen, unter ihnen Polizisten, Soldaten, Mitarbeiter des Justizapparats und von Verwaltungen sowie Zivilisten. Aus der Armee entlassen wurden seit dem Putschversuch 3.725 Soldaten – aus allen Teilen der Streitkräfte: Heer, Luftwaffe, Marine, Gendarmerie und Küstenschutz.

Auch gegen Akademiker, denen eine Verbindung zur Gülen-Bewegung nachgesagt wird, geht Ankara weiterhin mit aller Härte vor. Die türkische Staatsanwaltschaft hat Haftbefehle gegen 84 Akademiker wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung erlassen, die von der Regierung für den Putschversuch vom vergangenen Monat verantwortlich gemacht wird. Die Polizei habe einen Großeinsatz in 17 Provinzen gestartet und bereits 29 Akademiker festgenommen, meldete die Nachrichtenagentur Dogan am Freitag. (APA, 19.8.2016)

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