Starke Austria reist mit Handicap nach Trondheim

18. August 2016, 21:08
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Die Austria wahrte ihre Chance, in die EL-Gruppenphase einzuziehen. Im nahezu leeren Happel-Stadion gelang ein beachtlicher 2:1-Sieg gegen Norwegens Rekordmeister Rosenborg Trondheim

Wien – Galliger als zuletzt sollte die Wiener Austria nach Trainer Thorsten Finks Willen sein, hungrig auf den Sieg. Nach zwei Ligapleiten mit insgesamt 2:7-Toren war aber gegen den norwegischen Rekordchampion zunächst Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.

Die sich im Happel-Stadion verlierenden 6090 Zuseher, darunter Teamchef Marcel Koller, erlebten respektvolles Abtasten, das Bemühen um Ballbesitz. Bei Torschüssen ließ Rosenborg zunächst den Gastgebern den Vortritt, aber Lucas Venuto verzog nach einem munteren Solo (22.).

Erste Chancen

Die erste Chance der Gäste resultierte aus einer Fehleinschätzung von Teamtorhüter Robert Almer, der einen Stanglpass von Alex Gersbach zwischen sich und der Linie passieren lassen musste (37.). Auf der Gegenseite vertändelte Felipe Pires nach einem starken Solo den Ball, anstatt ihn dem freistehenden Larry Kayode zu servieren. Alles ganz nett, nichts wirklich zwingend.

So hätte es natürlich weitergehen können, ging es aber nicht, weil Rosenborg nach Seitenwechsel etwas energischer zu Werke ging. Eine Flanke von Pal Helland nötigte Almer zum Eingreifen (48.), bei einem Querpass von Tore Reginiussen ließ der Goalie die Stange für sich klären (50.).

Doppelschlag zum 2:0

Doch ehe die Sorgen um die Austria wirklich drückend wurden, brachte ein schneller Gegenstoß der Wiener große Erleichterung. Pires legte auf Alexander Grünwald ab, bekam aber den Ball nicht zurück, weil der Spielmacher einfach einmal selber schießen wollte. Das gelang überaus gut, Rosenborgs Goalie Adam Larsen Kwarasey hatte gegen den Versuch aus 23 Metern keine Chance (51.).

Die Norweger waren verblüfft und nur zwei Minuten später tatsächlich geschlagen: Pires schloss einen durch Kayodes stets lästiges Forechecking eingeleiteten Konter locker ab (53.).Zwischen blendender und erträglicher Ausgangsposition für das Rückspiel lagen da noch 40 Minuten.

Erst in der Nachspielzeit spielte sich Rosenborg durch einen Kopfballtreffer zurück ins Geschehen (91.). Reginiussen war von der Abwehr etwas übersehen worden. (red, 18.8.2016)

EL-Qualifikation, Play-off, Hinspiel:

FK Austria Wien – Rosenborg Trondheim 2:1 (0:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 6.090, SR Benoit Bastien/FRA.

Tore:
1:0 (51.) Grünwald
2:0 (53.) Pires
2:1 (91.) Reginiussen

Austria: Almer – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser – Venuto (84. De Paula), Grünwald (80. Windbichler), Pires – Kayode (90. Friesenbichler)

Rosenborg: Kwarasey – Svensson, Reginiussen, Eyjölfsson, Gersbach – Jensen, Konradsen, Midtsjö (77. Vilhjalmsson) – Helland, Gytkjaer, Skjelvik (71. Rashani)

Gelbe Karten: Serbest, Kayode bzw. Gytkjaer

Stimmen:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Erst einmal bin ich zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben. Es war ein sehr schwieriges Spiel gegen einen Gegner, der gewohnt ist, das Spiel zu machen. Es war klar, dass Rosenborg auch zu Chancen kommen wird. Das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir sehr gut umgesetzt. Wenn man das Tor in der Nachspielzeit bekommt, tut das natürlich weh. Aber wir sind zufrieden, dass wir den Rhythmus gebrochen haben. Wir können auch in Trondheim gewinnen, wir fahren dorthin, um zu gewinnen."

Kare Ingebrigtsen (Trondheim-Trainer): "2:1 ist genug für uns, dass wir zuhause gewinnen können. Von einer schwierigen Situation ist es durch das Tor zu einer Situation geworden, die wir meistern können. Nach dem 2:0 hatten wir Chancen, die sollten wir eigentlich nutzen. Sie hatten zwei Schüsse aufs Tor und haben zwei Tore gemacht. Wir hätten es besser machen sollen, aber es ist ein O.k.-Resultat."

  • Venuto beim Wirbeln auf seinem Arbeitsplatz auf der Außenbahn.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Venuto beim Wirbeln auf seinem Arbeitsplatz auf der Außenbahn.

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