Rechnungshof kritisiert "Airpower": Werben mit dröhnenden Jets

Kommentar18. August 2016, 17:33
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Wem das Werben mit Jets zugutekommt, stellt die Prüfer des Rechnungshofs vor ein Rätsel

Dass ein Luftfahrspektakel wie die "Airpower" einen gewissen Werbewert darstellt, wird nicht einmal von dessen Kritikern bestritten. Wem das Werben mit dröhnenden Jets allerdings zugutekommt und wie der Wert zu bemessen ist, das stellt die an Zahlenvergleiche gewohnten Prüfer des Rechnungshofs vor ein Rätsel.

Offensichtlich profitiert die Steiermark davon. Es ist nachvollziehbar, dass die mehreren 100.000 Besucher Geld in der strukturschwachen Region Aichfeld-Murboden lassen. Da ist es nur verständlich, dass das Land auch etwas für die Veranstaltung der Show springen lässt. Weniger verständlich ist allerdings, was dem Rechnungshof im Zusammenhang damit aufgefallen ist: Obwohl man solche Shows ja seit zwei Jahrzehnten ausrichtet, haben bei der Veranstaltung im Jahr 2013 die rechtlichen Grundlagen für die Subvention und sogar für die Veranstaltung selbst gefehlt.

Administrative Mängel auch beim Bundesheer, das nicht nur das Flugfeld, sondern auch dessen Bewachung zur Verfügung stellt: Man fragt sich, ob der Aufwand richtig budgetiert wurde – und noch mehr, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Denn das Bundesheer profitiert zwar imagemäßig davon, wenn die Zuschauer Freude an dem Spektakel haben. Ob das aber zu konkreten Bewerbungen und letztlich zur Rekrutierung von Berufssoldatinnen und Soldaten führt, wird nicht evaluiert. Um die Kosten zu rechtfertigen, wäre das dringend geboten. (Conrad Seidl, 18.8.2016)

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