Album der Woche: David Helbock Trio "Into The Mystic"

19. August 2016, 15:43
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Pianist David Helbock und sein Trio widmen sich auf "Into The Mystic" der poetischen Seite des Jazz, "Star Wars" und Beethoven

Der Vorarlberger David Helbock (Jahrgang 1984) ist einer jener jungen, stiloffenen, dem Jazz doch sehr nahe sich wähnenden Pianisten, die aus ihrer Flexibilität heraus Individuelles zu entwickeln verstehen. Kenntnis der Tradition und Einbeziehung von elektronischem Klangmaterial wie auch poppiges Songgut ergeben den Rahmen für eine pianistische Handschrift, in der jazzige Moderne, auch Thelonious Monk, eine Rolle spielen wie auch weniger exzentrischer Mainstream.

David Helbock Trio – Into The Mystic (ACT)

Gänzlich freies Spiel ist allerdings bei Bedarf zugegen. Auf Into the Mystic scheint sich Helbock nun tendenziell eher mit traditionellem, poetisch angehauchtem Ausdruck zu befassen. Das wirkt manchmal versonnen, romantisch und auf Atmosphäre hin angelegt – wie bei der kleinen Adaption von Beethovens zweitem Satz aus der 7. Symphonie oder Stücken wie The Soul, Eros oder beim dreifachen Exodus To Star Wars.

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Das Stück Louverture zeigt dagegen einen impulsiv die klanglichen und harmonischen Möglichkeiten des Klaviers deftig ausnutzenden Improvisator und in Summe ein gut eingespieltes Trio, das mit Raphael Preuschl (Bass-Ukulele) und Schlagzeuger Reinhold Schmölzer vollständig wird. Soulig-bluesig wirkt Mother Earth; gerne "wühlt" Helbock allerdings auch im Klavier – zwecks perkussiver und harfenartiger Effekte – herum. Besonders das Stück Into the Mystic, bei dem diskret auch Elektronik eingesetzt wird, verdeutlicht dies. Wie diese Komposition überhaupt ein Beleg für die Vielfalt von Helbocks Kunst und für sein kompositorisches Talent ist: ein nämlich auch im Aufbau spannendes Stück.

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Star Wars

Insgesamt dominiert der Hang zu entspannter, nachdenklicher Atmosphäre: Der alte Hadern von Thad Jones, A Child Is Born, erklingt in einer eher klassischen Version. Und das Finale, The World Needs More Heroes, wirkt wie eine Gutenachtgeschichte, die dem stillen, in trovertierten Helden gewidmet ist. (toš, 19.8.2016)

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