Brustkrebs: Was Magnetresonanz bei Verdacht bringt

18. August 2016, 10:56
14 Postings

In der Früherkennung von Brustkrebs ist die Mammographie Standard – als Zusatzverfahren in unklaren Fällen ist die Magnetresonanztomographie (MRT) zuverlässig

Wissenschafter der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin in Wien haben bestätigen können, dass die Magnetresonanztomografie (MRT) als Zusatzverfahren bei unklaren Befunden in der Früherkennung von Brustkrebs eine solche Erkrankung hundertprozentig ausschließen kann. Es handelt sich um eine Re-Analyse bereits vorhandener Daten aus 14 internationalen Studien.

"Wenn mittels MRT-Abklärung kein Tumor entdeckt wird, ist ein weiteres Risiko quasi ausgeschlossen. Dann können diese Frauen wieder ganz beruhigt schlafen, das nimmt ihre Angst", wurden die Molekularbiologin und Radiologin Barbara Bennani-Baiti und der Radiologe Pascal Baltzer in einer Aussendung der Med-Uni Wien zitiert.

Vorangegangene internationale Analysen der MRT hätten auf eine maximal 90-prozentige Sicherheit schließen lassen – damit wäre einer von zehn Tumoren übersehen worden. Die neue statistische Analyse zeigte eine mögliche Ausschlussrate bei zuvor unklaren Befunden (Mammografie, Ultraschall) von faktisch hundert Prozent. Somit könnten noch mehr Frauen im Zweifelsfall invasive Diagnoseschritte (Biopsie) erspart werden.

Statistisch wertvoll

Gleichzeitig konnten die Radiologen zeigen, dass bei der MRT nur etwa elf von hundert Untersuchungen einen falsch-positiven Tumorbefund ergeben, der somit invasiv abgeklärt werden muss. Dieser Wert liege deutlich unter dem bisher vermuteten Wert und sei konventionellen Methoden wie Mammografie, Tomosynthese und Ultraschall gleichwertig bzw. sogar überlegen.

Die Magnetresonanztomografie wird international im Rahmen von Brustkrebsscreening-Programmen zur Früherkennung von Brustkrebs bei Hochrisiko-Patientinnen – bei denen zum Beispiel ein familiär gehäufter Brustkrebs vorliegt – kostenlos eingesetzt. In Österreich können jedoch auch andere Patientinnen, bei denen der Befund aus Mammografie und Brust-Ultraschall nicht eindeutig war, mittels MRT der Brust untersucht werden.

"Damit sind wir in Österreich auch international gesehen ein Vorreiter – gemeinsam mit Italien", sagte Bennani-Baiti. In den USA wird die MRT der Brust nur sehr zurückhaltend angeboten und kostet die Patientin pro Untersuchung rund 3.000 US-Dollar (rund 2.700 Euro). Ähnliches gilt aufgrund der bisher unklaren Datenlage unter anderem auch für Deutschland und England. (APA, 18.8.2016)

Share if you care.