"Batman Arkham VR" angespielt: Ich bin wirklich Batman!

18. August 2016, 07:33
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Rocksteadys erstes Virtual-Reality-Spiel lässt Kindheitsträume wahr werden

Wenn es eine Kindheitsphantasie gibt, die ich mir insgeheim eines Tages erfüllen möchte, dann ist es, ein Superheld zu sein. Fliegen zu können oder unsichtbar zu sein, wäre der Hit. Aber zur Not schlüpfe ich auch in den Hightechanzug von Batman und irgendein materialistischer dunkler Fleck in meinem Herzen schlägt auch dafür, einmal Bruce Wayne sein zu können.

Beide dieser Wunsche erfüllt kommenden Oktober zumindest Ansatzweise das Virtual-Reality-Spiel "Batman Arkham VR". Auf der Gamescom konnte ich das Spiel für PlayStation VR erstmals ausprobieren und so tatsächlich zum dunklen Ritter werden. Nein, im Ernst. Oder in unecht wenigstens.

warner bros. de

Herab in die Höhle

In der zweiteiligen Demo konnte man zunächst Bruce Waynes Transformation zu Batman erleben. Mittels VR-Brille und zweier Move-Controller, die als Hände fungieren, rechtfertigt man gegenüber Alfred noch wortkarg seine Blessuren an den Händen, nur um wenig später per geheimer Tastenkombination am heimischen Flügel vom Musikzimmer des Schlosses herab in die Bathöhle zu fahren.

Auf dem Weg nach unten legt man den Anzug an und macht sich mit Gadgets wie einem Scanner, der Seilwinde oder dem Batarang vertraut und beschießt und bewirft dafür einige virtuelle Ziele. Wie intuitiv das alles funktioniert, zeigte sich allein daran, dass der durch die Demo führende Entwickler mir praktisch nichts erklären musste. Ich weiß, wie man einen Boomerang in wirft und man einen Halfter benutzt oder einen Hebel umlegt, und fast genau so klappt das auch in der virtuellen Realität, nur dass man Dinge nicht mit der ganzen Hand umschließt, sondern dafür nur mit dem Zeigefinger den Abzug betätigen muss.

Gespenstisches Spiegelbild

Ein Aha-Erlebnis ist zum Schluss der Ankleidesequenz der finale Blick in den Spiegel. Man sieht nicht sich selbst, sondern das Gesicht des Fledermausmanns und es fühlt sich gespenstisch gut an. Nicht, weil ich mich selbst nicht leiden kann, sondern weil die realen Bewegungen so getreu im Spiel übernommen werden, dass man gerne und leicht auf die Illusion hereinfällt. Dazu trägt nicht zuletzt die erstklassige Umsetzung der Kulissen bei. Beim Abstieg in die Höhle umgeben von Wasserfällen und flatternden Fledermäusen geht einem das Herz auf. Eine geniale Symbiose aus künstlerischem Vermögen und Technik – definitiv eines der eindrucksvollsten Schaustücke für VR.

Cluedo!

In der zweiten Sequenz galt es, in einer Gosse Gothams den Mord an einem Superheldenkollegen (keine Spoiler!) zu rekonstruieren. Im Mondlicht und zwischen den funkelnden Hochhäusern der Stadt inspiziert man den Tatort mittels Scanner und lässt die Hologramme des Opfers, des Täters und eines Zeugens vor und zurücklaufen, um Hinweise zu erhalten. Wie wurde er ermordet? Welche Spuren wurden hinterlassen? Was sagt das alles über den Mörder aus?

Die Betätigung des Scanners erfolgt wie die Nutzung einer Taschenlampe, nur dass man mit Drehungen die Abläufe der Hologramme vor- und zurücklaufen lassen kann. Mit dem Kopf kann man sich in alle Richtungen umsehen, doch herumlaufen kann bzw. muss man nicht selbst. Hierfür beamt man sich von einem Punkt am Schauplatz zum anderen. Einerseits schmälert das die Bewegungsfreiheit, andererseits wird so ermöglicht, dass man ganz gemütlich im Sitzen Batman sein kann.

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Video: Ersteindruck nach der Demo

Schöner Ausblick

Die große Frage ist, wie sich diese Mechaniken letztendlich zu einem ganzen Spiel zusammensetzen werden. Ein Detektivleben in Einzelabschnitten kann Spaß machen, sofern Hersteller Rocksteady einen eine spannende Geschichte verfolgen lässt und nicht nur Technikdemos aneinanderreiht.

Schön zu sehen ist wiederum, wie gut VR selbst auf einem Einstiegssystem wie PSVR aussehen kann. Das vorerst exklusiv für PS4 erscheinende Spiel machte jedenfalls nicht den Eindruck, als würden den Entwicklern – für ein gewiss statischeres Erlebnis – Leistungsressourcen fehlen. Hoffentlich ein Ansporn für weitere VR-Games großer Hersteller in den kommenden Jahren. (Zsolt Wilhelm, 18.8.2016)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Der Besuch der Gamescom erfolgte auf Einladung der Kölnmesse.

  • So kann jeder Batman sein.
    foto: der standard

    So kann jeder Batman sein.

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