Mehrere Tote bei Anschlag in Südosttürkei

18. August 2016, 14:59
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Premier: Polizeistation angegriffen – Regierung erhöht Alarmstufe

Istanbul – Bei der Explosion einer Autobombe im Südosten der Türkei sind drei Menschen getötet und über 200 weitere verletzt worden. Der Anschlag habe einem Polizeihauptquartier im Zentrum der Stadt Van gegolten, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag Vertreter der Regionalregierung. Als Urheber beschuldigten sie eine "regionale Terrorgruppe"; mit diesem Begriff wird in der Regel die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bezeichnet.

Die drei Getöteten waren den Angaben zufolge Zivilisten; unter den Verwundeten seien zwei Polizeibeamte. Auch der mutmaßliche Täter sei verletzt worden, er sei festgenommen worden und werde verhört.

Van ist eine Stadt, die von Türken und Kurden bewohnt wird. Anschläge sind hier – anders als etwa im nahe gelegenen Diyarbakir – eher selten. Die Stadt ist ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher von auswärts.

Regierung erhöht Alarmstufe

Die Regierung Türkei hat nach dem Anschlag die Alarmstufe erhöht. Ministerpräsident Binali Yildirim machte am Donnerstag die PKK für die Attentate. Die PKK verübe Anschläge in der Türkei, wo immer dies möglich sei, sagte er in Elazig im Osten des Landes. Dort besuchte Yildirim die Polizeiwache, die Ziel des Anschlags mit einer Autobombe war. Drei Menschen seien dort getötet und 217 verletzt worden, sagte Yildirim. Unter den Opfern seien 85 Polizisten.

Im Juli 2015 war nach zweieinhalb Jahren ein Waffenstillstand zwischen der PKK und der türkischen Regierung zerbrochen. Seitdem wurden hunderte Sicherheitskräfte bei Angriffen der PKK getötet. Die türkische Armee ging ihrerseits mit aller Härte gegen die PKK im Südosten des Landes vor, um die Kämpfer aus den Städten zu vertreiben.

Nach dem gescheiterten Militärputsch von Mitte Juli kündigte die Regierung in Ankara an, den Kampf gegen die PKK unvermindert fortzusetzen. Seit 1984 wurden in dem Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Regierung mehr als 40.000 Menschen getötet.(APA/Reuters, 18.8.2016)

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