"Steep" angespielt: Tödlicher Sport in Tirols Bergen

18. August 2016, 11:00
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Ubisofts Extremsportspiel lässt selbst notorische Angsthasen zu Freeridern werden

Mit dem Snowboard eine Lawinen gefährdete Piste herabbrettern, auf Skiern mit einem 1080 über eine Klippe ins Nichts springen, mit dem Paraschirm ins Tal kreisen oder im Wingsuit zwei Meter über dem felsigen Untergrund auf Geschwindigkeitsrekorde gehen: Jede der Sportarten, der man in "Steep" nachgehen kann, gleicht einer Nahtoderfahrung. Und egal, welches Lebensgefühl einem Hochglanz-Red-Bull-Videos einem auch immer vermitteln wollen, bei meinem ersten Hands-on auf der Gamescom bekam ich bereits virtuell einen guten Eindruck davon was es bedeutet, bei 100 Sachen talwärts einen Schwung nicht zu erwischen.

Damit sei gewiss nicht suggeriert, dass Extremsportler ständig mit ihrem Abgang kokettieren, einen leicht ausgeprägten Sinn zum Fatalismus muss man aber vielleicht schon mit sich bringen, wenn man sich eines Tages für den Sprung in die alpinen Abgründe entscheidet. Für Menschen wie mich, denen bereits beim Blick vom Sessellift aus etwas flau im Magen wird, gibt es nun seit langem wieder eine richtig spannende Videospielalternative. Das am 2. Dezember für Windows-PC, PS4 und XBO erscheinende Spiel lässt einen in den Gebirgen Österreichs, Frankreichs und der Schweiz besagten vier Sportarten ohne Rücksicht auf Vernunft und Verluste nachgehen.

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Video: Trailer zu "Steep"

Traumhaft katastrophal

Die Entwickler haben dafür ein Konzept gefunden, das abseits der katastrophalen und bereits beim zusehen schmerzhaften Stürze ein wunderbares Gefühl von Freiheit vermittelt – nicht zuletzt wohl der Grund, weshalb Menschen in echt zu Freeridern werden. In der spielbaren Demo ließen sich von Pulverschnee und wattigen Wölkchen verzierte Gipfel in Tirol befahren. In der offenen Spielwelt inklusive Wettersimulation und Tag/Nacht-Wechseln kann man Startpunkte für die einzelnen Sportarten und Bewerbe – von Rennen bis Trickeinlagen – wählen und sich anschließend fliegend oder fahrend der Schwerkraft hingeben.

Wirklich gelungen ist dabei zumindest dem ersten Eindruck nach die Steuerung, die weitgehend auf komplexe Tasteneingaben verzichtet. Fast alle Aktionen werden über die Analogsticks eingeleitet, wodurch man sich komplett auf die Strecke konzentrieren kann, was bei engen Schluchten und Turns und jeder Menge fieser Felsformationen bereits Herausforderung genug ist.

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Bild: "Steep"

Gemeinsam in den Abgrund

Wer den Wettbewerb nicht nur mit der Natur, sondern auch mit anderen Spielern sucht, kommt ebenfalls nicht zu kurz. Anstatt aber spezielle Online-Modi anwählen zu müssen, fließen Challenges auf Wunsch fließend in den Freeride über, da sich Spieler die Berge teilen und einander jederzeit fordern können. Ein alles vernetzendes Rankingsystem hält jede gefahrene Zeit und jeden Score auf einer Strecke fest und dient so zum Anreiz, um besser zu werden und die virtuelle Reputation zu steigern.

Zudem lassen sich gefahrene Routen nachträglich festhalten, um andere Spieler damit herauszufordern. Big Air, Proximity Flying oder Slaloms durch den Wald sind weitere Möglichkeiten, um seine Kaltschnäuzigkeit unter Beweis zu stellen. Alle Aktionen lassen sich aufzeichnen und mit anderen teilen. Die spektakulärsten Abfahrten, Stürze und Stunts können Spieler mit einem Videoeditor in Szene setzen.

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Video: Gameplay-Mitschnitt zu "Steep".

Auch für Extremsportangsthasen

Gespielt wurde auf der Gamescom auf einem PC mit PS4-Controller, wobei alles bereits einen sehr weit fortgeschrittenen Eindruck machte. Wie gut das Open-World-System funktioniert, wenn erst einmal die Server der Flut an Couchboardern ausgesetzt sind, bleibt gewiss abzuwarten. Als notorischer Extremsportangsthase wurde in den unterkühlten Messekammerln aber definitiv mein Gespür für Schnee geweckt. (Zsolt Wilhelm aus Köln, 18.8.2016)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Der Besuch der Gamescom erfolgte auf Einladung der Kölnmesse.

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