Fed-Mitglieder uneinig über baldige Zinserhöhung

17. August 2016, 20:44
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Offenmarktausschuss will noch weitere Daten vorliegen haben

Washington – In der US-Notenbank Fed dringen einige Währungshüter auf eine baldige Zinserhöhung. Allerdings ist sich der zuständige Offenmarktausschuss (FOMC) laut den Protokollen der Juli-Sitzung weitgehend einig, dass vor einem solchen Schritt weitere Daten vorliegen müssten.

Doch die Befürworter einer baldigen geldpolitischen Straffung sind den am Mittwochabend veröffentlichten Mitschriften zufolge der Meinung, dass die konjunkturellen Bedingungen einen solchen Schritt bald erfordern dürften. Zuletzt hatten zwei führende Währungshüter eine Erhöhung im September ins Gespräch gebracht und damit einen Zeitpunkt, den bisher kaum ein Experte auf dem Zettel hatte.

Entscheidung wohl nach Präsidentschaftswahl

Viele Beobachter erwarten, dass sich die Fed bis Dezember Zeit lassen wird, wenn die im November anstehende Präsidentenwahl gelaufen ist. Ab Anfang September geht der Zweikampf zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump in die heiße Phase. Die Fed hält den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld seit der Zinswende vom Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die Währungshüter signalisierten ursprünglich, dass sie 2016 zwei Schritte nach oben wagen wollen.

Dieses Szenario dürfte auch wegen des EU-Austrittsvotums der Briten vom 23. Juni aber vorerst vom Tisch sein. Experten befürchten, dass die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Verankerung der Landes die ohnehin maue Weltkonjunktur dämpfen könnte. Die meisten stimmberechtigten Mitglieder des FOMC werten die rasche Erholung der Finanzmärkte nach dem Brexit-Schock jedoch als positives Zeichen. (APA, 17.8.2016)

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