Mülltrennung: Regionalität über alles

Kommentar17. August 2016, 17:46
1 Posting

Da Abfallentsorgung Gemeindesache ist, gibt es teilweise große Unterschiede beim Mülltrennen vom Burgenland bis nach Vorarlberg

Der Österreicher und die Österreicherin sind besonders brav, was Mülltrennung betrifft. Jedes Fuzerl Papier wird in den dafür vorgesehenen Behälter geworfen. Jedes Plastikstück wird darauf beäugt, in welchen Mistkübel es zu wandern hat.

Leider nur wird es dem Konsumenten vielfach schwergemacht, seinen Abfall – konkret seinen Verpackungsmüll – korrekt zu entsorgen. Was in Wien gilt, kann in der Gemeinde, wo das Zweithaus steht, falsch sein. Da Abfallentsorgung Gemeindesache ist, gibt es teilweise große Unterschiede beim Mülltrennen vom Burgenland bis nach Vorarlberg. Regionalität feiert im Abfallwesen fröhliche Urständ.

Die Verwirrung, die so etwas beim Konsumenten auslöst, mag vernachlässigbar, also "managbar" sein. Jede halbwegs aufgeweckte Person wird wissen, wie unterschiedliche Piktogramme auf den Mülltonnen zu deuten sind. Anders ist es bei der gewollten hohen stofflichen Wiederverwertung des Abfalls. Wenn es verschiedene Arten von Mülltrennung gibt, entstehen automatisch verschiedene "Abfallmischungen". Dadurch wird eine kostengünstige, effiziente Verwertung schwieriger, denn für diese benötigt man möglichst viel einheitliches Material. Und teuerer wird es dadurch bei der Wiederverwertung natürlich auch. Dies ist ein ökologisch und ökonomisch hoher Preis für die vielgepriesene österreichische Regionalität. (Johanna Ruzicka, 17.8.2016)

Share if you care.