VÖZ fordert neue Rahmenbedingungen nach Aus bei "Wirtschaftsblatt"

17. August 2016, 16:09
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Konzept für Presseförderung soll "zügig umgesetzt werden" – Steuersatz auf Digitalprodukte erschwere neue Angebote

Wien/Graz – Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) fordert nach dem angekündigten Aus für das "Wirtschaftsblatt" neue Rahmenbedingungen. Konkret sollte zunächst die Presseförderung, für die es seit geraumer Zeit ein Konzept gebe, "zügig umgesetzt werden", hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.

Der Entschluss des Styria-Managements sei mit Sicherheit kein leichter gewesen, allerdings das Ergebnis eines Medienwandels, der die Geschäftsgrundlage für Massenmedien massiv verändere. Eine Anpassung der Rahmenbedingungen sei daher "dringend geboten", meinte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger. "Die Presseförderung war nie ein Instrument zur Verlustabdeckung für Medienhäuser, wie manche Politiker meinen, sondern immer für den Erhalt der Medienvielfalt gedacht. Dieser Aufgabe kann aufgrund der jahrelangen finanziellen Kürzungen nicht mehr effizient nachgekommen werden", kritisierte er.

Erhöhter Steuersatz auf Digitalprodukte

Auch der erhöhte Steuersatz auf Digitalprodukte erschwere neue Angebote und die "Ungleichbehandlung" bei der Werbeabgabe bevorzuge Onlinewerbung von US-Plattformen. Kralinger verwies auch auf die "permanenten Belastungen" im Arbeits- und Sozialbereich und die "ungestrafte Ausbeutung" fremder Leistungen aufgrund mangelnden urheberrechtlichen Schutzes von Inhalten.

Bedauert wird die Einstellung der Tageszeitung auch von der Wiener Börse. Durch ihren Fokus auf Wirtschaftsthemen sei diese eine wichtige Säule in der heimischen Medienlandschaft. "Es ist ein bedenkliches Zeichen, dass interessierte Anleger und Unternehmen eine wichtige Bezugsquelle für Wirtschafts- und Börseinformation verlieren", meinte Ludwig Nießen, Mitglied des Vorstandes der Wiener Börse AG ebenfalls in einer Aussendung. (APA, 17.8.2016)

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