Burgenländische SPÖ will nicht für Van der Bellen werben

17. August 2016, 13:58
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Vor allem Sozialdemokraten helfen dem ehemaligen Grünen-Obmann im Wahlkampf. Die Neos wollen "moralisch und medial" unterstützen

Es ist ein Novum in der Sozialdemokratie: zahlreiche motivierte Wahlkämpfer und keine Schlacht, die es zu gewinnen gilt. Eigentlich zumindest. Denn obwohl sich in allen Parteien Funktionäre finden, die sich klar für einen der beiden Präsidentschaftskandidaten – Norbert Hofer von den Freiheitlichen oder den von den Grünen unterstützten Alexander Van der Bellen – aussprechen, die Roten scheinen sich besonders ins Zeug zu legen für ihr präsidentschaftliches Kuckucksei – für den parteifremden Van der Bellen.

"Hofer verhindern"

"Es ist natürlich jedem Genossen selbst überlassen, aber schon im vorherigen Wahlkampf haben sich viele engagiert, um Hofer zu verhindern", heißt es aus dem Büro von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler. "Es gibt überall in Österreich Ortsgruppen, die aktiv wahlkämpfen oder Aufsteller bereitstellen", sagt Sprecher Hannes Uhl.

Überall in Österreich? Zumindest eine Landesorganisation hat deutlich gemacht, sich an der roten Hilfsbereitschaft nicht zu beteiligen: Die burgenländische SPÖ will Van der Bellen nämlich ausdrücklich nicht unterstützen. "Für uns gilt immer noch der Beschluss des Landesparteivorstandes vom Mai", sagt Landeschef Helmut Schuster. Die in einer rot-blauen Regierung befindliche burgenländische SPÖ sei auch in der Stichwahlwiederholung strikt neutral: "Wir unterstützen ausschließlich Kandidaten, die von der SPÖ nominiert und ins Rennen geschickt werden."

Generell hat Kanzler und SPÖ-Parteichef Christian Kern klargestellt: "Organisatorische und tatkräftige" Unterstützung bekommt Van der Bellen gerne, Finanzspritze wird es aber keine geben. Unterlagen, Folder und sämtliche andere Materialien werden den Genossen vom Team des Kandidaten ausgehändigt.

"Moralischer" Beistand

Die Volkspartei will sich als Einheit nicht deklarieren, obwohl einzelne Parteimitglieder öffentlich zu Van der Bellen stehen: "Ein organisatorisches Eingreifen in den Wahlkampf bedingt die Befürwortung eines Kandidaten. Eine derartige Wahlempfehlung wird es von der ÖVP nicht geben", sagt Generalsekretär Peter McDonald.

Etwas engagierter sind die Pinken: Zwar weder finanziell noch personell, dafür "moralisch und medial" wollen die Neos den Wahlkampf Van der Bellens unterstützen. Social-Media-Aktionen seines Teams würden auf Neos-Seiten verbreitet, sagt Sprecher Nikola Donig. In der Parteiakademie wird Van der Bellen im Herbst auftreten. Eines teilen Neos und er jedenfalls: Beide werden von Hans Peter Haselsteiner gefördert. Im Juni erhielt Van der Bellen für seine Kampagne 100.000 Euro vom Industriellen.

Eine Partei unterstützt auch den FPÖ-Kandidaten – oder, sagen wir, zumindest eine Person: "Wenn ich gefragt werde, empfehle ich unseren Sympathisanten, dass sie Norbert Hofer wählen sollen, weil der ist der beste Kandidat", erklärt Klubchef Robert Lugar die Wahlkampfhilfe des Team Stronach. (mika, koli, eich, wei, 17.8.2016)

  • Alexander Van der Bellen wird nicht nur von den Grünen unterstützt.
    foto: standard/corn

    Alexander Van der Bellen wird nicht nur von den Grünen unterstützt.

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