Biden lobte in Belgrad Fortschritte Serbiens am Weg in den Westen

16. August 2016, 20:17
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Balkanbesuch von US-Vizepräsident stand im Zeichen der Normalisierung Serbien-Kosovo

Belgrad – Die Normalisierung der Beziehung zwischen Serbien und dem Kosovo ist am Dienstag im Mittelpunkt eines Besuchs des US-Vizepräsidenten Joe Biden in Belgrad gestanden. In den EU-vermittelten Gesprächen zwischen Serbien und seiner früheren Provinz seien noch viel Arbeit und großer politischer Wille notwendig, sagte Biden nach einem Gespräch mit Serbiens Premier Aleksandar Vučić.

Er sei jedoch überzeugt, dass beide Seiten, Serbien und der Kosovo, auf den Fortschritt ausgerichtet seien, sagte Biden. Der US-Vizepräsident lobte den "langen Weg", den Serbien in den vergangenen Jahren zurückgelegt habe.

In der Vergangenheit "viele Fehler"

Der serbische Regierungschef betonte, dass "in den Beziehungen zwischen Serben und den Albanern in der Vergangenheit viele Fehler" gemacht worden seien. Viele Menschen hätten darum ihr Leben lassen müssen. Die beiden Völkern stünden nun aber vor einer besseren Zukunft.

Biden nutzte seinen Besuch auch dafür, Familienangehörigen von Opfern der Nato-Luftangriffe von 1999 sein Beileid zu bekunden. Mit den Attacken auf die serbische Hauptstadt hatte das westliche Militärbündnis versucht, dem serbischen Vorgehen im Kosovo ein Ende zu bereiten.

Es gebe in der Geschichte der Beziehungen Serbiens mit den USA schmerzliche Ereignisse. Er sei stolz, dass man ein neues Kapitel angeschnitten habe, sagte der Stellvertreter von US-Präsident Barack Obama.

Störer beim Besuch

Vor der Abreise nach Prishtina traf Biden in Belgrad auch mit Serbiens Präsident Tomislav Nikolić zusammen. In der kosovarischen Hauptstadt stehen Gespräche mit Präsident Hashim Thaçi und Premier Isa Mustafa auf dem Programm.

Biden wird am Mittwoch im Kosovo auch der Benennung einer Straße nahe dem KFOR-Stützpunkt Bondsteel nach seinem im Vorjahr verstorbenen Sohn Joseph Beau Biden beiwohnen. Dieser arbeitete 2001 im Kosovo als Entwicklungshelfer.

Anhänger des serbischen Ultranationalisten Vojislav Šešelj demonstrierten am Dienstag im Stadtzentrum Belgrads gegen den Besuch des US-Vizepräsidenten. In T-Shirts mit Bildern von Donald Trump gekleidet forderten sie lauthals Unterstützung für den Republikaner. "Trump ist eine Alternative zur Globalisierung. Er wird die alten Zentren der Macht in den USA zerstören, und er ist ein Unterstützer Russlands", sagte der Nationalist Šešelj. (APA, 16.8.2016)

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