New York zahlt Millionensumme an Tochter von getötetem Schwarzen

16. August 2016, 18:30
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Polizist hatte unbewaffneten Afroamerikaner in Treppenhaus erschossen

Washington – Im Fall eines unbewaffneten Afroamerikaners, der von einem Polizisten erschossen worden war, hat die Stadt New York in die Zahlung einer Millionensumme an die kleine Tochter des Opfers eingewilligt. Die städtischen Behörden zahlten 4,5 Millionen Dollar (knapp vier Millionen Euro), teilte der Anwalt der Hinterbliebenen, Scott Rynecki, am Dienstag mit.

Außerdem werde die heute vierjährige Tochter 25.000 Dollar von dem früheren Polizisten gezahlt bekommen, der Akai Gurley im November 2014 im Stadtteil Brooklyn getötet hatte. Der Tod des 28-Jährigen hatte, ebenso wie andere Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze, wütende Proteste ausgelöst.

Gurley war in einem dunklen Treppenhaus erschossen worden, ohne dass er sich verdächtig verhalten hatte. Die Kugel war von einer Wand abgeprallt. Der Afroamerikaner war die Treppen hochgestiegen, weil der Aufzug zu lange auf sich warten ließ.

Geld für die Bildung der Tochter

In dem Prozess hatte der ehemalige Polizist Peter Liang angegeben, der Schuss habe sich versehentlich aus seiner Waffe gelöst. Liang war erst weniger als ein Jahr vor dem Vorfall in den Polizeidienst eingetreten und wurde als Konsequenz aus dem tödlichen Schuss wieder entlassen. Er wurde im April zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe und 800 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Die finanzielle Entschädigung soll nach Angaben des Anwalts in ein Guthaben für Gurleys Tochter fließen. Daraus könne sich die Mutter, die in der häuslichen Pflege arbeite, monatliche Beträge für das Großziehen des Mädchens zahlen lassen. Die Mutter habe gesagt, sie hoffe mittels des Geldes das Mädchen so aufziehen zu können, "dass Akai auf sie stolz wäre". (APA, 16.8.2016)

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