Münchner Amoklauf: Mutmaßlicher Waffenlieferant gefasst

16. August 2016, 22:51
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Ein 31-jähriger Mann wurde am Dienstag in Marburg festgenommen

München/Marburg – Der mutmaßliche Verkäufer der Waffe des Amoklaufs von München ist bei einem Scheingeschäft gefasst worden. Der 31-Jährige wurde am Dienstag in Marburg in Hessen festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilten.

Die Ermittler hatten dem mutmaßlichen Waffenhändler, der Ware im Darknet angeboten hatte, eine Falle gestellt. Bei der Anbahnung des Geschäfts habe der Mann gesagt, dem Amokschützen bei einem Treffen im Mai in Marburg die verwendete Pistole und vier Tage vor dem Amoklauf die Munition verkauft zu haben. Diese Angaben würden durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts gestützt.

Wie der Spiegel Online meldet, habe die Polizei auch eine mögliche Komplizin des mutmaßlichen Waffenhändlers festgenommen. Der mutmaßliche Waffenhändler habe mit dem vermeintlichen Käufer zunächst das Finanzielle abwickeln wollen. Die Frau habe offenbar anschließend die Ware liefern sollen, heißt es in einem "Spiegel"-Bericht unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt habe auf Anfrage bestätigt, dass es in Marburg eine zweite Festnahme gab.

Ware im Wert von 8.000 Euro

Der 18 Jahre alte Amokschütze hatte am 22. Juli im und vor dem Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und anschließend sich selbst getötet. Bei dem Scheingeschäft stellten die Ermittler am Dienstag die vereinbarte Maschinenpistole, eine Pistole und Munition zum Preis von insgesamt 8.000 Euro sicher. Der Mann habe zu seiner Eigensicherung in einem Schulterholster eine durchgeladene Pistole bei sich gehabt. Er wurde festgenommen.

Ermittlungen gegen einen 62 Jahre alten Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und gegen einen 17 Jahre alten Schüler aus Hessen hatten die Strafverfolger auf die Spur des Beschuldigten gebracht. Beide sollen Schusswaffen und Munition bei dem Mann gekauft und die Geschäfte über das Darknet angebahnt haben.

Weitere Details am Mittwoch

Beim dem Amoklauf des 18-Jährigen verletzten sich Dutzende Menschen unter anderem auch bei der Flucht. Klar ist den Ermittlern zufolge, dass der 18-Jährige wohl Sympathien für den rechtsextremen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik hatte. Auch habe er seinen Geburtstag am 20. April, derselbe wie von Adolf Hitler, als "besonders positives Schicksal" angesehen. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass er aktiv in rechtsextreme Netzwerke verstrickt gewesen sei. Vor dem Hintergrund der psychiatrischen Erkrankung des Amoktäters sei derzeit eine abschließende Bewertung, was reales Geschehen und was Fantasie des Täters ist, nicht möglich.

Weitere Details zur Festnahme des mutmaßlichen Verkäufers der Pistole geben die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Zollfahndungsamt Frankfurt am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz um 10.30 Uhr in Frankfurt bekannt. (APA, red, 16.8.2016)

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