Bundespräsidentschaftswahl: Nichts Neues zu erwarten

Kommentar16. August 2016, 17:21
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Es wird darum gehen, die Wähler vom Mai auch im Oktober bei der Stange zu halten

Knapp sieben Wochen noch – dann müssen die Österreicherinnen und Österreicher zum dritten Mal in diesem Jahr zu den Urnen schreiten, um den richtigen Mann für die Hofburg zu wählen. Irgendwann wird dann auch ein Wahlkampf stattfinden.

Nichts Neues ist dabei zu erwarten: Grob gesprochen hat die Hälfte der Wähler des zweiten Wahlgangs vom Mai Herrn Van der Bellen gewählt, die andere Herrn Hofer. Es ist kaum zu erwarten, dass sich zwischen diesen Gruppen viel verschieben wird: einmal Hofer, zweimal, gegebenenfalls dreimal – oder bei der nächsten Wahl auch noch zum vierten Mal Hofer. Oder eben zum zweiten beziehungsweise dritten (wenn es eine weitere Wahlanfechtung gibt: wohl auch noch zum vierten) Mal Van der Bellen.

In dem Wahlkampf wird es daher auch nicht darum gehen, irgendwen umzustimmen. Sondern darum, die Wähler vom Mai auch im Oktober bei der Stange zu halten. Dazu muss man Präsenz zeigen, Siegeswillen zeigen, Spannung aufbauen. Das ist im Sommer nicht leicht, das hat bis September Zeit. Es darf nur nicht das Gefühl aufkommen, der eine oder andere Kandidat sehe ohnehin keine Chance mehr. Um den Erfolg zu erringen, werden die Kampagnen aber mehr tun müssen, als die Wähler vom Mai zu umhätscheln. Gewinner wird sein, wer Nichtwähler ansprechen kann. Das wird besonders schwierig, denn die waren ja schon im Mai wahlmüde. Und Neues kann keiner bieten. (Conrad Seidl, 16.8.2016)

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