Thiems Aufbruch nach dem Einbruch

16. August 2016, 17:14
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Tennisprofi versucht an Leistungen aus erstem Halbjahr anzuknüpfen. Die Erwartungen hat er nach der Verletzungspause eher tief angesetzt

Cincinnati – Dominic Thiem ist zurück auf der Tennistour. Der 22-jährige Niederösterreicher gibt beim Masters-1000-Turnier in Cincinnati nach fast dreiwöchiger Verletzungspause sein Comeback. Die Erwartungen sind nicht gerade hochgeschraubt. "Ich erwarte mir noch nicht sehr viel", sagte der als Nummer acht gesetzte Thiem. Nach einem Freilos ist der Tunesier Malek Jaziri oder der Australier John Millmann (beides Qualifikanten) die erste Hürde.

Sollte Thiem aufsteigen, wäre das in Cincinnati eine Premiere, hatte er doch 2014 gegen Robby Ginepri (3:6, 7:5, 5:7) und 2015 gegen Martin Klizan (6:7, 6:3, 6:7) jeweils gleich zum Auftakt verloren. Thiems Schleimbeutelentzündung in der linken Hüfte, wegen der er am 27. Juli in Toronto gegen Kevin Anderson im ersten Satz aufgeben hatte müssen, ist völlig ausgeheilt. "Es war ein bisschen Erschöpfung, ein bisschen Verletzung, ich habe von allem etwas abgekriegt. Es war aber nicht ganz so schlimm", sagte Thiem. Trotzdem sei die Zwangspause ärgerlich gewesen, weil auch vermeidbar. "Ich habe nach Wimbledon ein bisschen einen Einbruch gehabt, was man natürlich vermeiden hätte können mit einem besseren Turnierplan und vielleicht mehr Regenerationsphasen. Jetzt kann man aber eh nichts mehr machen."

Seit zehn Tagen steht er wieder im Trainingsbetrieb, am vergangenen Freitag flog er in die USA. "Ich muss schauen, dass ich bald wieder auf den Level komme, den ich im ersten Halbjahr gehabt habe, weil jetzt gerade bin ich noch ziemlich weit davon entfernt", gab der Weltranglistenneunte zu.

Die Zeit drängt, bereits ab 29. August steht mit den US Open das letzte der vier Grand-Slam-Turniere an. "Ich hoffe, dass ich in New York wieder halbwegs auf einem Toplevel bin." Das würde helfen, um die Chance auf die Masters-Teilnahme zu wahren. "Mein Zustand ist derzeit nicht so, wie er sein sollte, von daher habe ich das jetzt einmal zur Seite geschoben und spekuliere überhaupt nicht damit", sagte der siebenfache Turniersieger.

Die Sommerspiele verfolgt er mit Interesse im Fernsehen. "Durchaus möglich, dass ich 2020 in Tokio dabei bin." (red, APA, 16.8.2016)

  • Thiem hat den Blick für den Ball natürlich nicht verloren.
    foto: apa/afp/thomas samson

    Thiem hat den Blick für den Ball natürlich nicht verloren.

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