Entführungen in Mexiko waren offenbar Abrechnung unter Kartellen

16. August 2016, 16:42
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Zahl der Gekidnappten auf mindestens sechs korrigiert – Mitglieder des Sinaloa-Kartells verschleppt

Puerto Vallarta – Verteilungskämpfe im Urlaubsparadies: Ein bewaffnetes Kommando hat im mexikanischen Badeort Puerto Vallarta mindestens sechs Menschen entführt. Zeugenaussagen zufolge stürmten die Täter ein Restaurant in der Touristenhochburg und verschleppten ihre Opfer, wie die örtliche Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Zuvor hatten die Ermittler von zehn bis zwölf Entführten gesprochen.

Bei den Entführten handle es sich vermutlich um Mitglieder des Drogenkartells von Sinaloa, sagte Staatsanwalt Eduardo Almaguer am späten Abend (Ortszeit) im Fernsehsender Milenio. Die Tat könnte im Zusammenhang mit Territorialkämpfen zwischen verfeindeten Banden stehen. Einige der Opfer hatten falsche Ausweispapiere.

Gerüchte, nach denen sich unter den Opfern auch Kinder des inhaftierten Drogenbosses Joaquin "El Chapo" Guzman befinden, bestätigte er nicht. Der Chef des Sinaloa-Kartells war nach einem spektakulären Gefängnisausbruch im Jänner erneut festgenommen worden und wartet derzeit auf seine Auslieferung in die USA.

Ermittlungen dauern an

Fahnder untersuchten die vor dem Restaurant geparkten Autos der Verschleppten. Die Ermittlungen dauerten an, sagte Staatsanwalt Almaguer. Auf Überwachungsvideos sei zu sehen, dass kurz vor dem Angriff ein Mensch das Restaurant verließ. Neun Frauen, die mit den Opfern am Tisch saßen, wurden von den Entführern verschont. Unter den Verschleppten sollen ein Unternehmer und der Chef einer privaten Sicherheitsfirma sein.

Jaliscos Gouverneur Aristoteles Sandoval wies die Sicherheitskräfte an, ihre Patrouillen zu verstärken. Der Tourismusverband betonte, dass bei dem Vorfall keine Urlauber zu Schaden gekommen seien und das Puerto Vallarta ein sicheres Reiseziel sei.

An der Suche nach den Entführern und ihren Opfern beteiligten sich Soldaten, Marineinfanteristen und die Polizei. Sie errichteten Kontrollpunkte an den Zufahrtsstraßen zu Puerto Vallarta. Im benachbarten Bundesstaat Nayarit wurden die Kontrollen verstärkt, wie die Zeitung "El Universal" berichtete.

Beliebtes Urlaubsziel

Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisco an der Pazifikküste ist ein beliebtes Urlaubsziel von Mexikanern und Ausländern. In den 1960er-Jahren war die Stadt beim internationalen Jetset beliebt. Neben dem Sinaloa-Kartell ist in der Region auch das Drogenkartell Jalisco Nueva Generacion aktiv.

Beide Gruppen waren einst verbündet, zuletzt mehrten sich jedoch Hinweise auf einen Bruch der Allianz. Das Kartell Jalisco Nueva Generacion hat seinen Einfluss zuletzt erheblich ausgebaut und gehört mittlerweile zu den mächtigsten Verbrecherbanden des Landes. (APA, 16.8.2016)

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