Frida Parmeggiani: Am Anfang ist die Musik

23. August 2016, 09:50
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Eine Wanderausstellung preist das Werk der Kostümbildnerin Frida Parmeggiani

1970 sah Frida Parmeggiani das Stück "The Changeling" von Regisseur Peter Stein und dem damaligen Starbühnenbildner Wilfried Minks. Ihre Faszination für die Kostümbildnerei war entfacht. Ähnlich wie ein Maler versucht sie seither Emotionen durch Farben und Formen zum Ausdruck zu bringen. Zuerst lauscht sie der Musik der Stücke, wägt Gefühle ab und verpasst diesen eine fantastische Hülle. Es ist nicht ihr Stil, auf Papier zu entwerfen. Sie lässt sich von Stoffen inspirieren und kreiert lieber am lebenden Objekt.

Frida Parmeggiani war in den drei Jahrzehnten von 1978 bis 2008 die gefragteste Kostümbildnerin, arbeitete mit Größen wie Rainer Werner Fassbinder, Samuel Beckett und André Heller, erschuf unvergessliche Inszenierungen in ihrer Zusammenarbeit mit dem Regisseur Robert Wilson, stattete unter anderem Wagners Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen aus und bereiste für ihre Profession zahlreiche Metropolen der Welt.

Anlässlich ihres 70. Geburtstags zeigen die Universität Mozarteum Salzburg und Kunst Meran eine Ausstellung zu Ehren der in Meran geborenen Künstlerin. Unter dem Titel "Kostümabstraktionen" entstanden neun neue Kostüme, zusammengesetzt aus dreizehn statisch-skulpturalen Einzelfiguren, die in einer Mischung aus Anmut und Standhaftigkeit das Wesen von Parmeggianis Werk zum Ausdruck bringen. Bis 2. September 2016 läuft die Ausstellung in Salzburg, danach ist sie bis 8. Jänner 2017 in Meran zu sehen. (Marion Pertschy, RONDO, 23.8.2016)

Frida Parmeggiani, "Kunstabstraktionen"
Salzburg: Mirabellgarten
22. 7. bis 2. 9. 2016
Meran: Kunst Meran und Palais Mamming
17. 9. bis 8. 1. 2017

  • Artikelbild
    foto: franck evin
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