Wie hat Ihnen "Jason Bourne" gefallen?

Umfrage23. August 2016, 17:00
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Der nunmehr fünfte Teil der Actionreihe wartet dieses Mal mit spektakulären Szenen und politischer Meta-Ebene auf. Was sagen Sie zu dem Film?

Noch immer weiß er nicht ganz genau, wer er ist. Noch immer fehlen Jason Bourne (Matt Damon) gewisse Aspekte seines Lebens. Während das nun seit mittlerweile fünf Filmen nichts Neues ist, ist die Welt diesmal noch ein wenig mehr aus den Fugen geraten. Griechenland-Krise und Snowden-Enthüllungen verunsichern die Bürger. Ein Hacker-Angriff von Bournes ehemaliger Kollegin Nicky Parson (Julia Stiles) auf die CIA beunruhigt den Geheimdienst. Ein CIA-Sonderkommando sucht nach Jason Bourne, und der wiederum erhofft sich, durch die gehackten Daten die blinden Flecken seiner Vita aufhellen zu können.

Das sagen die Kritiken

Dass die Verschwörungsszenarien nicht eben fein durchdacht seien, bemängelt DER STANDARD. Allerdings funktionierten die Actionszenen, die Verfolgungsjagden und überhaupt all jene Einstellungen, in denen Regisseur Paul Greengrass wie "ein erfahrener Dirigent [...] auch im Gewusel nicht die Übersicht verliert". Allerdings wirke "Jason Bourne" über weite Strecken wie ein "Best-of-Album", das routiniert Standards abrufe, jedoch keine eigene Handschrift entwickle. Einzig die Einbindung staatlicher Überwachungsapparate steche hier hervor. Es gebe keinen Ort, an dem nicht ein fremdes Auge mitsieht, ein fremdes Ohr mithört: "Jason Bourne, so könnte auch das Virus heißen, das die Lücken des Systems aufzeigt."

Der "Spiegel" stellt durchaus anerkennend fest, dass es verblüffend sei, mit wie wenig Inhalt ein Film auskommen könne. Der Plot, ob durchdacht oder nicht, sei schnell erzählt und letztlich beinahe nebensächlich. Zu einem gelungenen Film werde "Jason Bourne" dennoch durch die Inszenierung und den politischen Impetus, der den Film durchziehe; der Film nehme die aktuelle Diskussion über staatliche Überwachung auf und dekliniere sie durch.

Wer hier von wem und vor was geschützt werden soll, solche Fragen würden im Schatten eines übermächtigen, "unkontrollierten Spähapparats, der für düstere, undemokratische Machenschaften missbraucht wird", verschwinden. Nicht umsonst falle der Name Edward Snowdens öfter im Film. In Wahrheit, so der "Spiegel" sei der Aussteiger Bourne "nichts anderes als ein Whistleblower, dem aus rein dramaturgischen Gründen eine Rolle als Actionfigur zufällt". Der fünfte Teil der "Bourne"-Reihe erkläre dabei die komplexen Machtstrukturen weniger, als dass er sie einfach zeige: "Aufklärung in Aktion sozusagen. Altmodisch, vielleicht. Aber eine klare, ehrliche Sache."

Was sagen Sie?

Wie hat Ihnen "Jason Bourne" gefallen? Können Sie die Kritikermeinungen nachvollziehen, oder haben Sie eine ganz andere Sichtweise auf den Film? (jmy, 23.8.2016)

  • Oldie but goldie: Matt Damon kämpft sich als Jason Bourne erneut durch die Welt – und mit seiner Vergangenheit.
    foto: upi

    Oldie but goldie: Matt Damon kämpft sich als Jason Bourne erneut durch die Welt – und mit seiner Vergangenheit.

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