Ernüchterung bei "Heute Österreich": Beängstigende Aufklärung

16. August 2016, 18:23
39 Postings

Verzehrbares und Geld hintereinander anzufassen, ohne sich dazwischen die Hände zu waschen, ginge nicht

Information, die Hebamme der Aufklärung, macht frei. Bisweilen jedoch liegt es in ihrer Macht, auch das Urvertrauen in Alltagsdinge zu erschüttern. Die Servicesendung Heute Österreich etwa ließ hinter den Vorhang jener Verrichtungen blicken, die eigentlich zu schönster Mahlzeit führen sollen. Also: Wie ist es beim Verkauf um das Hygieneverhältnis zwischen Lebensmittel (etwa Fleisch) und Geld bestellt?

Der kundige Herr vom Marktamt war an sich von strenger Eindeutigkeit: Verzehrbares und Geld hintereinander anzufassen, ohne sich dazwischen die Hände zu waschen, ginge nicht. Schließlich gebe es Spachteln, Fleischgabeln und Zangen, mit denen Hautkontakt zu Schnitzel und Hühnerleber verhindert werden könne. Richtig! Vor allem auf älteren Geldscheinen tummelten sich ja Erreger. Auch sei der gute Ruf von Einweghandschuhen in Zweifel zu ziehen. Bei Tests hätten sie schlechter abgeschnitten als nackte Hände; es seien auf dem Gummi sogar Fäkalienkeime gefunden worden! Der beängstigende Beitrag schloss mit Hinweisen, in Wien gebe es jährlich 800 Hygieneanzeigen.

Die nächste Aufklärung brachte immerhin Beruhigendes. Es ging um die Verwechslung von Steinpilz und Gemeinem Gallenröhrling. Bei dieser Waldgefahr hatte der Konsument jedoch alle Fäden in sauberen Händen.

Die Telefonnummer der Vergiftungszentrale sollte natürlich, so Heute Österreich, immer nahe sein. Und bei etwaiger Übelkeit nach dem Pilzkonsum nur kein Stamperl! Es gebe alkohollösliche Giftpilze, die so noch schneller ins Blut gelangten. Dies Wissen vorausgesetzt bleibt der Pilz also ein kalkulierbares Risiko – nicht aber das Verhältnis Schnitzel/Geld. (Ljubiša Tošić, 16.8.2016)

  • Der beängstigende Beitrag schloss mit Hinweisen, in Wien gebe es jährlich 800 Hygieneanzeigen.
    screenshot orftvthek

    Der beängstigende Beitrag schloss mit Hinweisen, in Wien gebe es jährlich 800 Hygieneanzeigen.

  • Die Telefonnummer der Vergiftungszentrale sollte natürlich, so "Heute Österreich", immer nahe sein.
    screenshot orftvthek

    Die Telefonnummer der Vergiftungszentrale sollte natürlich, so "Heute Österreich", immer nahe sein.

Share if you care.