Sieben Verletzte bei Absturz von Seilkamera

16. August 2016, 15:58
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Kamera nach doppeltem Seilriss zu Boden gestürzt

Rio de Janeiro – Sieben Personen, unter ihnen zwei Kinder, wurden am Montag verletzt, als im Olympia-Park in Rio de Janeiro eine Seilkamera aus rund 20 Metern Höhe abstürzte. Die in einem schweren Gehäuse installierte Kamera sei nach einem Seilriss zu Boden gestürzt, sagte Augenzeuge Chris Adams, ein Mitglied der britischen Turn-Delegation. Nach Angaben eines OK-Sprechers wurden zwei Personen im Spital behandelt, sie kamen aber glimpflich davon und konnten bald wieder entlassen werden.

OK-Sprecher Mario Andrada sagte, die Verletzten seien nach der Versorgung wieder aus dem Spital entlassen worden. In einem Video des Portals "O Globo" waren zwei Frauen mit verletztem Arm und blutverschmiertem Gesicht zu sehen. Die mobile Kamera werde für Aufnahmen des Olympiaparks vom olympischen Fernsehservice (OBS) eingesetzt, hieß es. Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Arena Carioca 1 im Olympiapark, wo ein Basketballspiel stieg.

Nach Angaben von OBS sei wegen des defekten Seils bereits ein Gehweg abgesperrt worden. Nach der Entscheidung, die Umgebung zu räumen, habe sich die Kamera noch auf etwa zehn Metern Höhe befunden und sei von zwei Seilen getragen worden, wobei jedes alleine das volle Gewicht des Gerätes halten könne. Nachdem eine Hebebühne zur Bergung der Kamera angefordert worden war, seien aber beide Seile gleichzeitig gerissen.

Spekulationen

Vermutungen, es könnte sich bei dem verunglückten System um ein Produkt des österreichischen Unternehmens "CamCat" handeln, konnten vorerst nicht bestätigt werden. Beim Unternehmen verwies man am Dienstag auf Anfrage darauf, dass alle verantwortlichen Personen in Rio wären. Geschäftsführer Alexander Brozek war dort telefonisch aber nicht erreichbar.

Das österreichische Unternehmen CamCat ist seit Athen 2004 bei allen Olympischen Spielen mit seinem Seilkamera-Know-how engagiert. Neben Sportarten wie Beach-Volleyball und anderen Sportarten hatte man in Rio für die OBS, die den internationalen TV-Feed produziert, auch eine CamCat quer über den Olympischen Park errichtet.

Mit "Spidercam" ist auch ein weiteres österreichisches Unternehmen während der Sommerspiele in Rio vertreten, dessen Installationen befinden sich aber in Fußballstadien. Spidercam dementierte deshalb am Dienstag eine Agenturmeldung und betonte via Twitter, dass "Spidercam" nicht in den Vorfall involviert gewesen sei. (APA/Reuters, 16.8.2016)

  • Die abgestürzte Kamera.
    foto: apa/afp/bukaty

    Die abgestürzte Kamera.

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