Im Fußball zählt das neunte Mal

15. August 2016, 17:19
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Nach acht gescheiterten Versuchen klopft Meister Red Bull Salzburg wieder an die Champions League. Am Dienstag steigt das Hinspiel des Playoffs bei Dinamo Zagreb, die Kroaten werden als leichte Favoriten gehandelt

Zagreb/Salzburg – Salzburgs Trainer Oscar Garcia sagt: "Wir gehen mit viel Selbstbewusstsein in das Spiel." Der Spanier will es jedenfalls besser machen als Giovanni Trapattoni, Huub Stevens, Roger Schmidt, Adi Hütter und Peter Zeidler vor ihm, einige dieser Herren kannten und kennen die Champions League immerhin von anderen Jobs. Für die Gruppenphase der Europa League ist man selbst im Falle des Scheiterns gegen Kroatiens Serienmeister (elfmal in Folge) qualifiziert, aber die wäre natürlich maximal der halbe Spaß. Eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am 24. August in Wals-Siezenheim ist das Ziel. "Wenn wir die Null halten, ist es sehr super", sagte Offensivspieler Valon Berisha.

Reichtum wartet

Für Salzburg und Dietrich Mateschitz geht es logischerweise auch ums Geld. Die Startprämie in der CL-Gruppenphase beträgt zwölf Millionen Euro. Für jeden Sieg werden weitere 1,5 Millionen, für jedes Remis immerhin 500.000 Euro fällig. Zum Vergleich: Die Europa League wird mit 2,4 Millionen Startgeld belohnt, ein Sieg mit läppischen 360.000 Euro honoriert.

Salzburgs Erinnerungen an Dinamo Zagreb sind gut. Viermal traf man in den vergangenen sieben Jahren auf die Kroaten, dabei verloren die Bullen kein einziges Mal. Zuletzt gab es im Herbst 2014 in der Gruppenphase der Europa League mit 4:2 zu Hause und 5:1 auswärts klare Siege. Da waren freilich noch Könner wie Kevin Kampl an Bord. "Die Gesichter beider Mannschaften haben sich seit damals deutlich verändert, ein Rückblick auf diese Spiele hat nur statistischen Wert. Für uns geht es im Playoff gegen eine Topmannschaft, die uns in beiden Duellen alles abverlangen wird", sagt Außenverteidiger Andreas Ulmer, der gegen Dinamo immer dabei gewesen ist.

Die Favoritenrolle liegt aus Sicht von Rapid-Legende Zlatko Kranjcar, der im Sommer das Traineramt in Zagreb übernahm, jedenfalls "nicht bei Salzburg". Nach dem 2:1-Heimsieg über Inter Zapresic am Samstag war der 59-Jährige ziemlich sicher: "Ich glaube, dass wir für Salzburg bereit sind." Oscar Garcia geht von einem harten Brocken aus. "Es war kein Zufall, dass sie zuletzt in der Champions-League-Gruppenphase mit dabei waren", sagte der 43-Jährige. "Wir sind uns bewusst, welcher Gegner auf uns wartet. Zagreb war viermal in der Champions League und hat sehr viel Geld investiert", sagte er.

Dabei hat Dinamo auch sehr viel Geld eingenommen. Jahr für Jahr transferiert der Verein Topspieler ins Ausland. Allein in diesem Sommer kassierte man für Marko Pjaca (Juventus Turin, 23 Millionen), Josip Brekalo (Wolfsburg, sechs Millionen) und Marcelo Brozovic (Inter Mailand, fünf Millionen) kräftig ab. Dazu kommt noch der bevorstehende Wechsel von Marko Rog zu SSC Napoli. Gegen Salzburg wird der 16-Millionen-Mittelfeldmann aber noch mittun. Nächster Kandidat für einen Millionentransfer ist Ante Coric, der 19-Jährige diente von 2009 bis 2013 im Nachwuchs der Salzburger, ihn überkam aber das Heimweh, Pech für Salzburg, Glück für Dinamo.

Während Zagreb in neun Pflichtspielen der laufenden Saison bei einem Remis acht Siege feierte – vier davon in der CL-Quali gegen Vardar Skopje und Dinamo Tiflis –, hat Salzburg schon eine Niederlage (1:3 bei Sturm) hinnehmen müssen. Doch die Formkurve zeigt nach oben, beim 2:0 in Ried am vergangenen Samstag lief vieles rund, obwohl zum Beispiel Jonatan Soriano geschont wurde. "Das war eine Moralinjektion, wir können da einiges Positives für Dienstag mitnehmen", sagte Valentino Lazaro. "Wir glauben an uns." (APA, red, 15.8.2016)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

Qualifikation zur Fußball-Champions-League/Play-off, Hinspiel:

Dinamo Zagreb – Red Bull Salzburg (Zagreb, Stadion Maksimir, Dienstag, 20.45 Uhr MESZ/live ORF eins, SR Tasos Sidiropoulos/GRE)

Zagreb: Eduardo – Stojanovic, Schildenfeld, Sigali, Matel – Benkovic, Jonas – Soudani, Rog, Coric – Fernandes

Ersatz: Semper – Soldo, Knezevic, Machado, Pavicic, Henriquez, Hodzic, Gojak

Es fehlen: Pivaric, Sosa (beide angeschlagen bzw. verletzt)

Salzburg: Walke – Schwegler, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer – Laimer, Bernardo – Lazaro, Dabbur, Berisha – Soriano

Ersatz: Stankovic, Airton – Stangl, Sörensen, Lainer, Samassekou, Wanderson, Minamino, Gulbrandsen

Es fehlen: Rzatkowski (Oberschenkel), Prevljak (Knieverletzung), Miranda (Knöchelverletzung), Hwang (wegen Olympia-Teilnahme), Yabo, Leitgeb (beide Trainingsrückstand), Reyna (nicht im Kader)

Rückspiel am Mittwoch, 24. August, in Salzburg

  • Ein Blick in den Himmel schadet Salzburgs Valon Berisha nicht.
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Ein Blick in den Himmel schadet Salzburgs Valon Berisha nicht.

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