Südkorea verteidigt geplante Aufstellung von US-Abwehrraketen

15. August 2016, 11:51
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Gegen Kritik aus China und Russland

Seoul – Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hat die geplante Stationierung eines weiteren Raketenabwehrsystems der USA auf südkoreanischem Boden gegen Kritik aus China und Russland verteidigt. Die Aufstellung der gegen Nordkorea gerichteten Abfangraketen des Typs THAAD sei eine "Maßnahme der Selbstverteidigung".

Das sagte das Staatsoberhaupt am Montag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede zum Befreiungstag Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft (1910-45). Damit solle das Land gegen "rücksichtslose Provokationen Nordkoreas" geschützt werden.

Zugleich rief Park das kommunistische Regime in Pjöngjang auf, sein umstrittenes Atomprogramm unverzüglich aufzugeben. Sollte Nordkorea die richtige Entscheidung treffen, werde Seoul dem Nachbarland auch wirtschaftlich helfen, bekräftigte sie frühere Versprechen.

Im Juli hatten die USA und ihr Verbündeter Südkorea angekündigt, im nächsten Jahr eine THAAD-Batterie (Terminal High Altitude Area Defense) in Seongju, knapp 300 Kilometer südlich von Seoul, zu stationieren. Nordkorea drohte daraufhin mit "physischen Gegenmaßnahmen". Das Land hatte in den vergangenen Monaten mehrere Testraketen abgefeuert, darunter auch Mittelstreckenraketen. Der Flug einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete bis in die Nähe der japanischen Küste Anfang dieses Monats hatte große Empörung in Tokio und im Westen ausgelöst.

Auch China und Russland sind gegen die Aufstellung von THAAD. Sie werfen Washington und Seoul vor, ihre Sicherheit zu bedrohen. Das bestreiten beide Länder. Auch Bewohner von Seongju haben wiederholt gegen die Aufstellung von THAAD in ihrer Region protestiert, weil sie gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Wellen befürchten. Südkorea hatte eine Prüfung zugesagt. Südkorea hat bereits US-Patriot-Abwehrraketen zum Schutz vor Nordkorea stationiert. (APA, 15.8.2016)

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