Neue Gefechte in Kaschmir befeuern Spannungen

15. August 2016, 16:52
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Gegenseitige Vorwürfe in Indien und Pakistan

Delhi/Islamabad – Zu den Unabhängigkeitsfeiertagen Indiens und Pakistans hat sich der Ton zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn massiv verschärft. Im Zentrum stand einmal mehr der Konflikt um die RegionKaschmir, die beide Seiten für sich beanspruchen, die tatsächlich aber jeweils in Teilen von Truppen beider Staaten kontrolliert wird. Zuletzt war es im indisch regierten Teil Kaschmirs immer wieder zu Gewalt gekommen, mindestens 50 Menschen wurden in den vergangenen Tagen getötet. Auch am Montag gab es Kämpfe: Separatisten griffen Einheiten der paramilitärischen Sondereinheit CRPF an. Dabei wurde mindestens ein Offizier getötet, neun weitere wurden verletzt. Indien wirft Pakistan vor, die muslimischen Separatisten in der Region zu unterstützen.

Pakistans Premier Nawaz Sharif hatte in seiner Rede zum Unabhängigkeitstag am Sonntag Öl ins Feuer gegossen. Er sprach davon, dass er "den Geist der Freiheit" in Kaschmir derzeit "auf einem Höhepunkt" sehe. Daher widme er seine Rede zum Unabhängigkeitstag auch der Region.

Schon am Freitag hatte Indiens Premier Narendra Modi dagegen Pakistan "Gräueltaten" vorgeworfen. In seiner Rede zum Unabhängigkeitstag am Montag sprach er die Gewalt in Kaschmir zwar nicht direkt an, betonte aber seine harte Haltung gegenüber separatistischen Bewegungen in Kaschmir sowie in den Regionen Belutschistan und Gilgit. "Was für ein Leben und was für eine Art der Regierung sind es, die sich vom Terrorismus inspirieren lassen?", fragte er zudem in offensichtlicher Anspielung auf Islamabad.

Kaschmir ist bereits seit der Unabhängigkeit der beiden Staaten am 14. und 15. August 1947 umstritten, Pakistan und Indien haben seither bereits zwei Kriege um die Regierung geführt. Allerdings hatten Sharif und Modi zuletzt auf eine Annäherung gesetzt und versucht, die Spannungen zwischen den beiden Atommächten abzubauen. (red, 15.8.2016)

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