Billigere Medikamente: Krankenkassen rechnen mit Plus von 48 Millionen

15. August 2016, 09:12
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Im Februar wurde noch ein Defizit von 94 Millionen Euro prognostiziert – Pharmapaket mit billigeren Medikamenten ist hauptverantwortlich

Wien – Die Krankenkassen verbessern ihre Prognose für heuer weiter. Im Februar hatten sie für noch ein Defizit von 94 Millionen Euro erwartet, im Mai waren sie dann schon von einem Überschuss von 3,9 Mio. Euro ausgegangen, im jetzt aktualisierten Voranschlag prognostizieren sie ein Plus von 48 Mio. Hauptverantwortlich dafür ist der Vertrag mit der Pharmawirtschaft zu Begrenzung der Medikamentenkosten.

Für heuer erwarten nach der jüngsten Prognose des Hauptverbandes nur noch die Gebietskrankenkassen von Tirol (10,7 Mio.) und Vorarlberg (0,9 Mio.) ein negatives Ergebnis. Die Wiener Kasse, die lange Zeit als größtes Sorgenkind gegolten hatte, prognostiziert nun ein Plus von 44,1 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür ist eine Zahlung aus dem Ausgleichsfonds der Kassen. Positive Ergebnisse erwarten auch die GKKs in Salzburg (6,6 Mio.) und Oberösterreich (3,0 Mio.).

Alle anderen gehen von einem ausgeglichenen Ergebnis aus. Von den ständischen Kassen erwarten jene der öffentlich Bediensteten mit 35,7 Mio. und die SVA der gewerblichen Wirtschaft mit 12,6 Mio. negative Ergebnisse. Bei den Beamten wurde der Selbstbehalt von 20 auf zehn Prozent halbiert.

Billigere Medikamente

Hauptgrund für die deutliche Verbesserung der Prognose gegenüber den Voranschlag vom Februar ist das Pharmapaket. Der zwischen Hauptverband und Pharmawirtschaft abgeschlossene Vertrag zur Kostenbegrenzung bei Medikamenten war im Februar noch nicht eingerechnet. Jetzt sind die 125 Mio. Euro, die die Pharmawirtschaft heuer an die Krankenversicherungsträger zahlt, schon berücksichtigt. 2017 und 2018 sollen demnach zehn Mio. Euro pro Prozentpunkt Kostensteigerung gezahlt werden, maximal jedoch 80 Mio. Euro pro Jahr.

Für heuer wurde daher auch die Prognose für die Steigerung der Medikamentenkosten auf 4,1 Prozent zurückgenommen. Im Vorjahr waren diese Kosten noch um 5,0 Prozent gewachsen. Relativ stark mit einem Plus von 9,1 Prozent sollen heuer die Ausgaben für Zahnbehandlung steigen. Mit ein Grund dafür ist die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche.

Im Vorjahr haben die Krankenkassen insgesamt mit einem Plus von 29,1 Mio. Euro abgeschlossen. Zu Jahresbeginn hatten sie noch mit einem Minus von 129 Mio. Euro gerechnet. (APA, 15.8.2016)

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