Aktionärsberater ISS unterstützt im Stada-Machtkampf Investor AOC

14. August 2016, 20:23
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Auf Hauptversammlung übernächste Woche Kampfabstimmung über Besetzung des Aufsichtsrats

Bad Vilbel – Der einflussreiche Aktionärsberater ISS hat sich im Machtkampf um den hessischen Arzneimittel-Hersteller Stada auf die Seite des Großaktionärs Active Ownership (AOC) geschlagen. Die Stada-Aktionäre sollten auf der Hauptversammlung am 26. August für die Abwahl von Aufsichtsratschef Martin Abend stimmen, hieß es in einer am Sonntag bekannt gewordenen Empfehlung der ISS-Experten.

Darin sprachen sie sich im Einklang mit AOC auch gegen die Wahl zweier vom Stada-Aufsichtsrat vorgeschlagener Kandidaten für das Kontrollgremium aus. Im Gegensatz zu ISS stellt sich der Aktionärsberater Ivox Glass Lewis hinter das Stada-Management, wie die "Börsen-Zeitung" berichtete.

Auf der Hauptversammlung in der übernächsten Woche wird es zur Kampfabstimmung über die Besetzung des Aufsichtsrats kommen. Der aktivistische Investor AOC, der an Aktien und über Optionen zuletzt sieben Prozent an Stada hielt, drängt seit Monaten auf durchgreifende Änderungen bei dem hessischen Pharmaunternehmen. Er fordert den Austausch aller sechs Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat. Auf vier Neubesetzungen hat sich Stada eingelassen und entsprechende Kandidaten vorschlagen. Davon befand AOC immerhin zwei für gut – Opel -Marketingchefin Tina Müller und den ehemaligen Amgen -Manager Rolf Hoffmann.

Noch erbitterter wird um die Führung des Kontrollgremiums gestritten. Das Stada-Management will an AR-Chef Abend und seinen Stellvertreter Carl-Ferdinand Oetker festhalten, um Kontinuität zu gewährleisten. AOC hat aber die Abwahl beider beantragt. Der Stimmrechtsberater ISS sprach sich nun zwar für eine Abwahl Abends aus, der Bankier Oetker aber solle bleiben. Ivox Glass Lewis hält es dagegen für fraglich, dass eine komplette Neubesetzung der Kapitalseite im Aufsichtsrat im besten Interesse der Aktionäre wäre.

Bei einem weiteren Thema sind sich die Stimmrechtsberater aber einig: Beide kritisieren das vorgeschlagene System zur Vorstandsvergütung. Es enthalte schwammige Ziele und Performance-Parameter sowie unklare Bonus-Obergrenzen und sei deshalb abzulehnen, schrieben die ISS-Experten. (APA/Reuters, 14.8.2016)

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