Rückschlag für Labour-Chef Corbyn: Neumitglieder dürfen nicht wählen

14. August 2016, 18:08
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Kläger gegen Entscheidung wollen keine weiteren rechtlichen Schritte einleiten

London – Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn hat im Kampf um den Vorsitz seiner Partei eine Niederlage einstecken müssen. Er muss wohl auf Tausende Stimmen von neuen Labour-Mitgliedern verzichten. Wie am Sonntag bekannt wurde, wollen fünf Neumitglieder, die mit ihrer Klage gegen die Entscheidung eines Parteigremiums in zweiter Instanz scheiterten, keine weiteren rechtlichen Schritte einleiten.

Damit dürfen rund 130.000 Labour-Mitglieder, die nach dem 12. Jänner 2016 beigetreten sind, nicht an der Urwahl eines neuen Vorsitzenden teilnehmen. Sie gelten in großen Teilen als Corbyn-Unterstützer.

Der 67-jährige Corbyn ist seit Monaten heftig unter Druck. Die Mehrheit in seiner eigenen Fraktion will ihn loswerden. Kurz nach dem Brexit-Votum sprach ihm die Fraktion das Misstrauen aus, ein großer Teil seines Schattenkabinetts lief davon. Mit der Aufstellung eines Gegenkandidaten erzwangen die Corbyn-Gegner schließlich eine Neuwahl um den Vorsitz.

Doch Corbyn kann auf breite Unterstützung aus der Parteibasis hoffen: Erst 2015 wurde er mit überwältigender Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Umfragen legen nahe, dass er seinen Herausforderer Owen Smith auch bei der kommenden Abstimmung besiegen dürfte. Das Ergebnis der Briefwahl soll am 24. September feststehen. (APA, 14.8.2016)

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