IS aus syrischer Stadt vertrieben: Tausende kehren zurück

14. August 2016, 13:39
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Rebellengruppe besiegte Terrormiliz mit Hilfe der USA

Beirut/Damaskus – Nach der Vertreibung der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind am Wochenende Tausende Bewohner in die nordsyrische Stadt Manbij zurückgekehrt. Viele Familien, die in den vergangenen Wochen in Lagern außerhalb des strategisch wichtigen Ortes ausgeharrt hatten, seien mit Hunderten Autos zurückgekehrt, teilten die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) mit.

"Heute ist der erste Tag, an dem sich das Leben wieder normalisiert", sagte ein Sprecher. Dagegen hoffen in der 80 Kilometer entfernten Großstadt Aleppo noch immer Hunderttausende Menschen auf ein Ende der Kämpfe. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier brachte die Einrichtung einer Luftbrücke zur Versorgung ins Gespräch.

Seit zwei Jahren unter IS-Kontrolle

Manbij war seit Anfang 2014 unter der Kontrolle des IS und eine Hochburg der Extremisten. Über die Stadt bekam die Miliz Kämpfer und Nachschub von der türkischen Grenze. Nach der Eroberung veröffentlichten die SDF Bilder, auf denen feiernde Menschen zu sehen waren. Männer schnitten ihre Bärte ab. Frauen verbrannten ihre Ganzkörperschleier, die sie auf Anordnung der Islamisten tragen mussten.

Die SDF-Rebellen hatten am Freitag mit dem IS den Abzug der Miliz vereinbart. Bei den SDF handelt es sich um einen Zusammenschluss arabischer Kämpfer mit der kurdischen YPG-Miliz. Die Kurden kontrollieren bereits einen 400 Kilometer langen Streifen entlang der türkischen Grenze. Auch im benachbarten Irak geriet der IS weiter unter Druck. Kurdische Peschmerga-Kämpfer starteten in der Nähe von Mossul eine Offensive gegen die Islamisten.

Aleppo in Trümmern

Während in Manbij vergleichsweise wenig zerstört wurde, liegt Aleppo weitgehend in Trümmern. Einige Teile der früheren Metropole werden von den Rebellen gehalten, andere sind in der Hand der Truppen von Präsident Bashar al-Assad. Seit einer Woche versuchen die Aufständischen, den Belagerungsring um den Osten der Stadt zu durchbrechen.

Steinmeier sagte der "Welt am Sonntag", Berlin spreche mit den Vereinten Nationen, den USA und Russland darüber, wie humanitäre Hilfe unter UNO-Aufsicht geliefert werden könne. "Wenn beide Teile Aleppos weiter nicht hinreichend humanitär versorgt werden können, sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern." Die täglich schlimmer werdende Versorgungslage in Aleppo werde auch Thema bei seinem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Montag. (APA, 14.8.2016)

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