Bewaffnete töteten bei Überfall auf Zivilisten im Kongo 42 Menschen

15. August 2016, 08:23
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Regierung warnt vor Bedrohung durch Jihadisten

Goma – Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben Bewaffnete ein Blutbad unter Zivilisten angerichtet. Mindestens 42 Menschen seien bei dem Angriff auf einen Vorort der Stadt Beni getötet worden, sagte Bürgermeister Edmond Masumbuko am Sonntag. Die Regierung wertete den Überfall als Racheaktion der islamistisch inspirierten Rebellengruppe ADF. Sie rief drei Tage Staatstrauer aus.

Armeesprecher Mark Hazukay sprach von einem "Massaker an der Zivilbevölkerung", mit dem sich die ADF für vorangegangene Einsätze der Armee habe rächen wollen. Die Angreifer hätten sich am Samstagabend an Posten der Armee vorbeigeschlichen und in einem Ort am Rande der Stadt Beni zugeschlagen.

Regierung sieht "Gleichgültigkeit"

Regierungssprecher Lambert Mende sagte, der Angriff müsse die Welt "auf die jihadistische Bedrohung" in der Demokratischen Republik Kongo aufmerksam machen. Durch die "Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft" stehe die Armee seines Landes im Kampf gegen die Rebellen alleine da.

Die Rebellengruppe "Alliierte Demokratische Kräfte" (ADF) stammt ursprünglich aus Uganda, in ihren Reihen finden sich auch islamistische Kämpfer. Die ADF wird für eine Serie von Gewalttaten in der Region verantwortlich gemacht, bei denen seit Oktober 2014 mehr als 600 Zivilisten getötet wurden.

Uno verurteilt Überfall

Aber auch den Regierungstruppen und anderen bewaffneten Gruppen werden Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Beni liegt in der Unruheprovinz Nord-Kivu, die seit Jahren von Gewalt erschüttert wird.

Die Uno-Kongo-Mission Monusco verurteilte den Überfall als "barbarischen Akt gegen die Zivilbevölkerung". Sie bekräftigte ihre Unterstützung für die kongolesischen Sicherheitskräfte "für den Schutz der Zivilbevölkerung in Beni".

Proteste am Sonntag

In Beni warfen Dutzende aufgebrachter Demonstranten auf einer Kundgebung am Sonntag den Behörden vor, sie schutzlos den Rebellen auszuliefern. "Es gibt hier einen eklatanten Mangel an Sicherheit", sagte Menschenrechtsaktivist Gilbert Kambale. Er verwies darauf, dass Präsident Joseph Kabila die Stadt erst drei Tage vor dem Überfall besucht habe. "Es ist beunruhigend: Erst kommt der Präsident der Republik, und dann werden wir massakriert."

Nach Augenzeugenberichten trugen die Demonstranten den Leichnam eines der Opfer durch die Straßen von Beni. Sie skandierten regierungskritische Slogans und zündeten Autoreifen an. (APA/Reuters, 14.8.2016)

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