Neun Jahre Arbeit von Fans: Nintendo verbietet "Pokémon"-Ableger

14. August 2016, 11:20
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Nur drei Tage lang war "Pokémon Uranium" verfügbar, bevor Nintendos Anwälte aktiv wurden

Nintendo geht juristisch gegen den Vertrieb von "Pokémon Uranium" vor. Dabei handelt es sich um ein von Fans programmiertes Spiel, das sich an den Gameboy-Versionen der "Pokémon"-Reihe orientiert. Die Macher des inoffiziellen Spin-Offs erschufen ein neues Gebiet und rund 150 neue Pokemon. Insgesamt brauchten die zwei Entwickler hinter der "Uranium"-Version mehr als neun Jahre lang, um das Spiel fertig zu stellen.

Kostenfreier Download

Vergangene Woche wurde "Pokémon Uranium" dann als kostenfreier Download ins Netz gestellt. Rund 1,5 Millionen Spieler schnappten sich das Game, ehe Nintendos Anwälte sogenannte Takedown-Requests versandten. Daraufhin nahmen die beiden Entwickler das Spiel von ihrer Webseite. Allzu traurig dürften sie nicht sein: Bei 1,5 Millionen Downloads ist die Chance hoch, dass das Spiel auf anderen Seiten wieder auftaucht. Umsonst dürfte die investierte Arbeit also nicht gewesen sein.

Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen

Nintendo führt einen harten Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen jedweder Art. Fortsetzungen oder Spin-Offs, die von Fans programmiert werden, werden beim japanischen Konzern nicht gern gesehen. Erst kürzlich ging Nintendo etwa gegen ein Fan-Remake von "Metroid II" vor. In der Spielebranche ist das Unternehmen damit freilich nicht allein. Auch EA verhinderte einen "Star Wars"-Ableger von Fans. Bei "Pokémon" und "Star Wars" ist allerdings zumindest klar, dass die Unternehmen selbst neue Versionen liefern werden. (red, 14.8.2016)

  • "Pokémon Uranium" war eine von Fans entwickelte Fortsetzung der Gameboy-Reihe
    foto: screenshot

    "Pokémon Uranium" war eine von Fans entwickelte Fortsetzung der Gameboy-Reihe

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