Oberlin hält mit Altach die Liga zum Narren

13. August 2016, 20:35
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18-jähriger Schweizer bei Sieg über St. Pölten mit viertem und fünftem Saison-Goal – Aufsteiger im Oberhaus weiter zu blauäugig

Altach – Es ist wirklich wahr. Der SCR Altach behält auch nach der 4. Runde die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Die Vorarlberger feierten am Samstagabend einen nie gefährdeten 3:1-(3:0)-Heimerfolg gegen Aufsteiger SKN St. Pölten. Die Elf von Trainer Damir Canadi führt die Tabelle mit dem Punktemaximum drei Zähler vor Rapid an. Für St. Pölten hingegen setzte es die bereits dritte Saisonpleite.

Mann des Spiels war der in Hochform aufgeigende Sturm-Jungstar Dimitri Oberlin. Der 18-jährige Schweizer traf vor 5.389 Zuschauern erneut zwei Mal (2., 24.) und führt mit fünf Toren die Schützenliste an. Es war der zweite Doppelpack des von Meister Salzburg ausgeliehenen Angreifers innerhalb einer Woche. Nikola Dovedan besorgte mit einem abgefälschten Fernschuss bereits vor der Pause die klare 3:0-Führung. Der ehemalige Altacher Daniel Schütz verkürzte in Hälfte zwei auf 3:1 (75.).

"So überlegen schätze ich Altach nicht ein, dass wir hier gar keine Chance hätten", sagte SKN-Trainer Karl Daxbacher vor der Partie, in der seine Mannschaft bereits nach zwei Minuten eiskalt überrumpelt wurde. Denn Altach präsentierte sich wie beim Auswärtssieg bei Admira (1:2) vor einer Woche als Frühstarter: Philipp Netzer verlängerte eine Lienhart-Ecke mit dem Kopf und Oberlin erzielte per Hecht-Kopfball aus kurzer Distanz die Führung (2.). In der Vorwoche hatte Oberlin ebenfalls in der zweiten Minute getroffen.

Effizienz

Auf der Gegenseite fiel ein Abschluss des bulligen SKN-Stürmers Kevin Luckassen nach einer Flanke von Schütz zu schwach aus (8.). Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Gäste immer mutiger wurden. Gerade als die Daxbacher-Elf den Anfangsschock endgültig überwunden zu haben schien, schlugen die Vorarlberger erneut zu: "Wölfe"-Routinier Florian Mader verschätzte sich nach einem weiten Abschlag von Altach-Goalie Andreas Lukse komplett und Oberlin vollendete sein anschließendes Solo locker zum 2:0 (24.).

Die Gäste hielten auch in der Folge mit, kamen aber kaum zu Strafraumszenen. Die Altacher hingegen, bei denen Netzer früh mit einer Schulterverletzung ausschied (25.), agierten höchst effizient – und mit dem nötigen Glück: Verteidiger Michael Huber lenkte den 25-Meter-Schuss von Dovedan unangenehm für Goalie Christoph Riegler zum 3:0 ab (45.+1). Für den vom LASK ausgeliehenen Offensivmann war es der erste Bundesligatreffer.

Sir Charles reagierte

Karl Daxbacher war in der Pause zu Umstellungen gezwungen: Jeroen Lumu kam für den angeschlagenen Manuel Hartl, Marco Perchtold ersetzte Michael Ambichl. Am neuerlichen Altacher Blitzstart änderte das nichts: Patrick Salomon kam bei einem Stanglpass von Oberlin nur einen Schritt zu spät (46.). Ein Freistoß von Andreas Lienhart landete zwar im Tor, doch Benedikt Zech hatte zuvor aktiv ins Spielgeschehen eingegriffen (47.).

Mit Fortdauer der Partie zogen sich die Vorarlberger immer weiter zurück und ließen die Gäste gewähren. Der eingewechselte Lumu vergab in der 74. Minute noch völlig frei stehend per Kopf, doch wenige Sekunden verkürzte Schütz – ebenfalls per Kopf – zum 1:3. Galvao hatte den im Rückraum lauernden Offensivmann aus den Augen verloren. St. Pölten war auch danach bis zuletzt mehr in Ballbesitz, eine weitere Großchance ließ die Canadi-Elf aber nicht mehr zu. (APA, red, 13.8.2016)

SCR Altach – SKN St. Pölten 3:1 (3:0). Cashpoint-Arena, 5.389 Zuschauer, SR Drachta.

Tore: 1:0 (2.) Oberlin, 2:0 (24.) Oberlin, 3:0 (45.+1) Dovedan, 3:1 (75.) Schütz

Altach: Lukse – Lienhart, Zech, Netzer (25. Salomon), Jäger, Galvao – Ngwat-Mahop, Prokopic, Dovedan – Oberlin (79. Harrer), Ngamaleu (62. Luxbacher)

St. Pölten: Riegler – Dober, Huber, Petrovic, Pirvulescu – Hartl (46. Lumu), Ambichl (46. Perchtold), Mader, Schütz – Thürauer – Luckassen (77. Segovia)

Gelbe Karte: Luckassen

  • Dimitri Oberlin zieht den Ball an wie ein Magnet.
    foto: apa/stiplovsek

    Dimitri Oberlin zieht den Ball an wie ein Magnet.

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