Schuring: "Im Einer bin ich sowieso Weltklasse"

13. August 2016, 13:03
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Mit der nachnominierten Kanutin ist auch in Rio wieder zu rechnen – Zunächst als Schlagfrau mit Motor Lehaci im Kajak-Zweier

Rio de Janeiro – Erst am 26. Juli in das österreichische Olympia-Aufgebot nachgerutscht, geht es für die neu zusammengewürfelten Flachwasser-Kanutinnen Yvonne Schuring und Ana-Roxana Lehaci am Montag in einer Zweckgemeinschaft um olympische Ehren. Die beiden treten in Rio de Janeiro im Kajak-Zweier über 500 m an, am Mittwoch wird sich Schuring auch im Einer über diese Distanz versuchen.

Die Solo-Variante ist die eigentliche Domäne der gebürtigen Deutschen, doch ein Schlafwandel-Sturz mit einigen Brüchen von Lehaci-Partnerin Viktoria Schwarz bedingte die Umbesetzung im Boot. Schwarz ist dafür für den Kajak-Einer über 200 m nominiert. Während sie sich vor ihrem Anflug auf Rio in Sao Paulo vorbereitet hatte, übten Schuring und Lehaci mit Coach Martin Riedl effizient in Ottensheim. Die Abreise erfolgte am Mittwoch.

In den zwei seit der Nominierung zur Verfügung gestandenen Wochen war zunächst analysiert worden, welche Rollenverteilung im Boot am meisten Sinn mache. "Es hat sich gezeigt, dass es besser ist, wenn Yvonne die Schlagfrau und Ana der Motor ist", sagte Riedl, seit zwölf Jahren Schurings Trainer. "Yvonne bringt viel Routine mit. Unser Ziel im Zweier ist der Endlauf der Top 8."

Vorlauf (ab 14.24 Uhr MESZ) und Semifinale (15.46) sind für Montag angesetzt, das Finale für Dienstag (14.23). Schuring als Alleinunterhalterin gibt es am Mittwoch (ab 14.58 und vielleicht ab 16.17), der Endlauf ist für Donnerstag (15.11) einprogrammiert. Schuring hatte die Fix-Qualifikation für die Spiele nur knapp verpasst und kann auf einige Erfolge im Einer zurückblicken. Sie war Weltmeisterin 2011 und WM-Dritte 2010 bzw. Zweite der Europaspiele 2015.

Dritte Spiele für Schuring

Vorerst konzentriert sich die 38-Jährige bei ihren dritten Spielen aber vorerst einmal auf den Zweier. "Es ist schwierig. Man weiß nicht, wie die Nationen sich vorbereiten", meinte sie auf die Frage nach den Chancen. Die Vorbereitung sei wegen der späten Nominierung nicht optimal gewesen. "Es wäre sonst ein anderer Aufbau gewesen. Das sagt jeder Sportwissenschaftler. Aber die körperliche Fitness ist da. Und im Einer bin ich sowieso Weltklasse."

Die Strecke habe sie noch nicht gekannt, wurde von Lehaci aber darauf eingestimmt. Neue Bedingungen würden Schuring aber ohnehin nicht stören. "Ich habe über die Jahre sehr viel Routine entwickelt und komme mit äußeren Bedingungen sehr gut klar", meinte die Olympia-Fünfte mit Schwarz im Kajak-Zweier von London 2012.

Lehaci kam schon mit ihren Erfahrungen nach Rio und war auf die Bedingungen gefasst. "Du hast 500 m quasi immer Gegenwind. Das ist aber nicht schlecht, das können wir beide." (APA, 13.8.2016)

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