Umweltschützer warnen vor verschmutztem Wasser in Italien

13. August 2016, 13:05
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Auch in der Nähe von Stränden hat die Organisation Legambiente erhöhte Bakterienzahlen gemessen

Rom – Die italienische Umweltorganisation Legambiente kritisiert zum Höhepunkt der Tourismus-Saison die Wasserverschmutzung an Italiens Stränden. Jede zweite Wasserprobe sei mit erhöhten Bakterienzahlen belastet gewesen, schreiben die Umweltschützer. Sie hatten entlang der Küsten 265 Wasserproben genommen und sie im Labor des Legambiente-Schiffes "Goletta Verde" untersucht.

Die meisten Verunreinigungen etwa mit Kolibakterien fanden sich an Mündungen von Flüssen, Kanälen oder an Stellen, wo ungeklärte Abwässer eingeleitet wurden. Vielfach seien in der Nähe Badeanstalten oder Strände.

Lob für Sardinien

An manchen Orten mit kritischen Werten hätten sich die Ursachen finden und das Problem gemeinsam mit den Behörden lösen lassen. Positiv hebe sich etwa Sardinien ab. Auch in Apulien habe sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Am schlimmsten sei es in Kalabrien, wo es deshalb in den vergangenen Wochen Proteste gab.

Die Legambiente kritisiert auch andere Missstände. Etwa seien an Orten mit einer bekannten Verschmutzung oft keine Hinweise zum Badeverbot angebracht.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt, gibt es auch tragikomische Situationen, etwa am Lido von Reggio Calabria an der Südspitze Italiens. Dort hätten die Behörden Ratschläge zum Baden angebracht, etwa, man solle nicht auf vollen Magen ins Wasser gehen und seine Kräfte nicht überschätzen. "Schade, dass man an diesem Strand gar nicht baden kann", schreibt die Ansa. Das Meer sei dort stark verschmutzt und das Baden seit Jahren verboten. (APA, 13.8.2016)

  • Jede zweite Wasserprobe der Umweltschützer war mit erhöhten Bakterienzahlen belastet.
    foto: ap/andrew medichini

    Jede zweite Wasserprobe der Umweltschützer war mit erhöhten Bakterienzahlen belastet.

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