Gericht entschied, dass ein Emoji auch eine Beleidigung sein kann

13. August 2016, 10:14
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Gekündigter Mitarbeiter beleidigte seine Vorgesetzten mit Emojis auf Facebook

Zwei Emoji haben das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg beschäftigt. Laut Netzpolitik.org soll ein gekündigter Mitarbeiter seinen Vorgesetzten mittels Schwein-Emoji auf Facebook beleidigt haben. Nach einem Arbeitsunfall wurde der Arbeiter für sechs Wochen krankgeschrieben, woraufhin er auf der Plattform die Statusmeldung "6 Wochen gelben Urlaubsschein" postete.

Von "fetten Schweinen" und "Bärenköpfen"

Daraufhin entwickelte sich unter dem Beitrag eine Diskussion woraufhin besagter Mitarbeiter folgendes kommentierte "Das Fette (Schwein als Emoji dreht durch!!!" und kurz danach "Und der (Bärenkopf als Emoji) auch!!!" Mit ersterer Aussage war offenbar der Produktionsleiter des Betriebs gemeint. Der "Bärenkopf" galt seinem direkten Vorgesetzten.

Gemeint war Kollege "Spanferkel"

Der Mitarbeiter beteuert allerdings, dass er mit dem "fetten Schwein" seinen Freund und Arbeitskollegen gemeint hätte. Mit ihm war er vor Jahren in Kroatien auf Urlaub, wo die beiden oft Spanferkel gegessen hätten. Seit dem Urlaub soll der Kollege den Spitznamen "Spanferkel" getragen haben. Zu dem "Bärenkopf" gab es keine weitere Erklärung.

Eine Beleidigung, aber keine Fristlose

Der Produktionsleiter und der direkte Vorgesetzte verstanden allerdings keinen Spaß und sorgten dafür, dass der Mitarbeiter fristlos gekündigt wurde. Der Gekündigte wollte sich das nicht bieten lassen und ließ den Fall vom zuständigen Landesarbeitsgericht bearbeiten. Dieses entschied, dass ein "Fettes Schwein" und "Bärenkopf" auch als Emoji eine Beleidigung sind – eine fristlose Kündigung würde dies allerdings nicht rechtfertigen. (red, 13.08.2016)

  • Kann eine Beleidigung sein.
    foto: screenshot/webstandard

    Kann eine Beleidigung sein.

  • Ebenso.
    foto: screenshot/webstandard

    Ebenso.

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