Forscher sollen erdähnlichen Exoplaneten um sonnennächsten Stern entdeckt haben

12. August 2016, 18:36
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Sprecher der Europäischen Südsternwarte ESO konnte dies aber nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren

Köln – Ein aufregendes Gerücht – allerdings vorerst ohne wissenschaftliche Bestätigung – lässt auf eine potenziell sensationelle Entdeckung hoffen: Laut einem Bericht des "Spiegel" sollen Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO um Proxima Centauri, dem der Sonne nächstgelegenen Stern, einen Exoplaneten entdeckt haben, der in der lebensfreundlichen Zone um sein Muttergestirn kreist – und damit womöglich erdähnlich ist.

"Den kleinen Himmelskörper zu finden war ein hartes Stück Arbeit", zitierte der "Spiegel" einen namentlich nicht genannten Astrophysiker, der dem Bericht zufolge an der Suche beteiligt war. "Wir bewegten uns an der Grenze des messtechnisch Machbaren."

ESO-Sprecher Richard Hook erklärte allerdings zu dem angeblichen Sensationsfund, die Angaben basierten offenbar "größtenteils auf Gerüchten". Er könne den Inhalt des "Spiegel"-Berichts jedenfalls "nicht bestätigen". Ein klares Dementi gab es allerdings auch nicht von Hook. Die Ergebnisse der Suche nach einem möglichen Planeten bei dem nur 4,2 Lichtjahre entfernten Stern Proxima Centauri würden "zur rechten Zeit bekanntgegeben", betonte Hook am ESO-Sitz in Bayern.

Suche nach dem kleinen roten Punkt

Zur Suche nach einem planetaren Begleiter unseres nächsten Nachbarsterns hatten Wissenschafter Anfang des Jahres eine Beobachtungskampagne mit dem Namen "Pale Red Dot" gestartet, an der auch die Öffentlichkeit via Internet teilnehmen konnte. Frühere Beobachtungen hatten bereits schwache Hinweise auf einen Exoplaneten bei Proxima Centauri geliefert – für einen Nachweis reichten die damaligen Daten aber nicht aus.

Bei der "Pale Red Dot"-Suche kam ein 3,6-Meter-Teleskop der ESO auf dem Berg La Silla in der chilenischen Atacama-Wüste zum Einsatz. Bei Proxima Centauri handelt es sich um einen sehr lichtschwachen Stern von etwa anderhalbfachem Durchmesser des Jupiter im Sternbild Zentaur am südlichen Sternhimmel. Der rote Zwergstern ist von Mitteleuropa aus nicht zu sehen.

Proxima Centauri befindet sich in großer Nähe zum hellen Doppelsternsystem Alpha Centauri – die Mehrzahl der Astronomen hält es für möglich, dass die drei Sonnen sogar ein Dreifachsystem bilden. Die hellen Sterne Alpha Centauri A und B sind allerdings ein winziges Stück weiter von der Erde entfernt als Proxima. (APA, red, 12.8.2016)

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