ORF-Programm: Die Sache mit den US-Serien

Einserkastl12. August 2016, 17:38
442 Postings

Wir sehen schon genug Lederhosen auf Bergeshöh' im eigenproduzierten Programm

Also sprach Alexander Wrabetz (Hattrick-ORF-Chef) noch vor der Wahl: "US-Kaufserien und Filme werden an Bedeutung verlieren. Die nächste Geschäftsführung muss entscheiden, durch welche Inhalte man diese Programme ersetzt. Ein Ansatzpunkt wären eigenproduzierte Serien nach dem Vorbild der Vorstadtweiber, Kabarett- und Comedy-Formate sowie Dokus."

Das ist schön. Oder klingt schön. Aber bitte, übertreibt es nicht. US-Serien sind Serienware, stimmt schon. Aber wie das so ist mit der US-Unterhaltungsindustrie, die allermeisten sind überaus professionell gemacht. Sie haben eine Dramaturgie wie ein Uhrwerk, erstklassige Schauspieler, eine immer bessere Bildsprache und oft genug ein sozial relevantes Thema. Manche sind überdies sehr, sehr witzig, wie Malcolm mittendrin oder Big Bang Theory oder auch, etwas vulgär, Two and a Half Men. Witziger als, 'tschuldigen, die Vorstadtweiber. Oft haben sie originelle Grundeinfälle wie Der Mentalist.

Schon klar, die meisten zeigen eine ziemlich fremde Welt. Macht nix, wir sehen eh genug Lederhosen auf Bergeshöh' im eigenproduzierten Programm.

Und die besten US-Serien schaffen es oft gar nicht bis zu uns. Es ist natürlich schon so, dass die österreichische (Kultur-)Geschichte Tonnen von Material für publikumswirksame (Kurz-)Serien hergäbe. Aber das ist halt sehr teuer. (Hans Rauscher, 12.8.2016)

Share if you care.