Sturm hofft auf Fans, Austria auf eigenen Weg

12. August 2016, 17:16
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Foda will eine gute Stimmung. Fink hat die Derby-Niederlage abgehakt. Kvasina warnt: "Sturm kein Stück schlechter als Rapid"

Graz – Sturm-Trainer Franco Foda will seine Mannschaft als Heimmacht etablieren. "Ich hoffe auf viele Fans, gute Stimmung und ein gutes Spiel", sagte Foda vor dem Prestigeduell gegen Austria Wien am Sonntag. Die Vorzeichen für die Fortsetzung seines Plans stehen gut: Von den jüngsten zehn Duellen in Liebenau ging nur eines an die Austria. Die Wiener hatten zudem die 1:4-Derby-Pleite zu verdauen.

Die Stimmung beim 3:1-Heimsieg zum Auftakt gegen Ligakrösus Salzburg war ganz nach Fodas Geschmack. "Da ist der Funke von der Mannschaft auf das Publikum übergesprungen", bemerkte Foda. Gerade mit der Unterstützung des Publikums sei vieles möglich. "Ich hoffe, dass wir zuhause an die Leistung gegen Salzburg anknüpfen können – an ein tolles Spiel mit toller Begeisterung im Stadion."

Skeptisches Publikum

Mit Leidenschaft und "gutem Fußball" will der Mainzer das zuletzt wenig erfolgsverwöhnte Publikum zurückholen. "Wenn jeder bereit ist an die Grenzen zu gehen, immer am Limit zu spielen, dann können wir richtig gut Fußball spielen." Die Sturm-Fans scheinen diesbezüglich noch skeptisch: Bis Freitag wurden für das Topspiel nur etwa 7.000 Karten abgesetzt.

Foda erwartet ein ansehnliches Spiel. "Die Austria ist eine Mannschaft, die selbst versucht, über Ballbesitz zum Erfolg zu kommen, die versucht Fußball zu spielen." Die Derby-Niederlage der Veilchen in der Vorwoche ändert laut Foda an der Ausgangslage nichts. "Wir haben das doch am eigenen Leib erfahren. Wir liefern gegen Salzburg ein überragendes Spiel ab, fahren mit viel Selbstvertrauen nach Ried und verlieren. Gegen Mattersburg haben wir dann aber wieder gewonnen."

Beide Mannschaften halten als Dritter und Vierter bei sechs Punkten, mit einem vollen Erfolg bleibt man auf alle Fälle im Tabellenspitzenfeld. "Die Partie ist wichtig, aber nicht richtungsweisend. Wir haben erst den vierten Spieltag", meinte Foda, der mit Ausnahme von Simon Piesinger auf den gesamten Kader zurückgreifen kann. Neo-Tormann Daniel Lück, der mittelfristig die Nummer eins werden soll, könnte dabei zum ersten Mal im Kader stehen.

Weil Lück aber erst nach der Anmeldefrist am 15. Juli zu Sturm gestoßen war, kann er bei den Amateuren in der Regionalliga Mitte allerdings keine Spielpraxis sammeln. Spätestens bis nach der Länderspielpause (29.8. bis 10.9.) will Foda den 25-Jährigen aber herangeführt haben.

Nicht alles umschmeißen

Deni Alar, der nach einer Oberschenkel-Blessur gegen Mattersburg zwischendurch eine Trainingspause einlegen musste, dürfte wie zuletzt etwas hinter Solospitze Bright Edomwonyi zum Einsatz kommen. "Deni ist sehr effizient, braucht wenige Möglichkeiten um Tore zu erzielen. Er ist ein wichtiger Spieler für uns", sagte Foda über den zweifachen Saisontorschützen.

Die Austria will die herbe 1:4-Pleite ausführlich analysiert haben. "Wir sind in der 70. Minute eingebrochen. Ich hätte defensiver spielen lassen sollen", meinte Trainer Thorsten Fink rückblickend. "Alles umschmeißen" wolle Fink wegen der höchsten Saisonniederlage aber nicht. "Wir lassen uns von der Niederlage nicht beirren. Wir haben davor sehr vieles richtig gemacht."

Man wolle dem eingeschlagenen Weg treu bleiben, so Fink, der gegen die Grazer auf alle Stammkräfte zurückgreifen kann. Bereits gegen Sturm will Fink wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden. "Wir wissen, was wir können. Auch wenn es gegen Sturm Graz um nichts einfacher wird als gegen Rapid", erklärte Fink. Austria-Sturmtank Marko Kvasina sieht das ähnlich. "Bei Sturm Graz ist es immer schwer", sagte Kvasina und betonte: "Sturm ist kein Stück schlechter als Rapid." (APA, 12.8.2016)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Sturm Graz – FK Austria Wien (Graz, Merkur Arena, Sonntag, 16:30 Uhr, SR Hameter). Saisonergebnisse 2015/16: 2:0 (h), 1:2 (a), 1:1 (h), 0:3 (a)

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Matic – Hierländer, Alar, Schmerböck – Edomwonyi

Ersatz: Lück – Potzmann, Schoissengeyr, Stankovic, Horvath, Huspek, Kienast

Es fehlt: Piesinger (nach Kreuzbandriss bei Amateuren)

Austria: Almer – Larsen, Windbichler, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser – Tajouri, Grünwald, Venuto – Kayode

Ersatz: Hadzikic – Rotpuller, Salamon, Prokop, Vukojevic, Kvasina, Friesenbichler, Pires

  • Die Austria am Horizont.
    foto: apa/expa/roland hackl

    Die Austria am Horizont.

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