Alt-Wien-Kindergärten: Stadt dementiert neue Gespräche

12. August 2016, 16:12
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Suche nach Betreuungsplätzen für 2300 Kinder läuft

Wien – "Nein, es gibt keine Verhandlungen mehr mit Herrn Wenzel", dementierte Daniela Cochlar, Leiterin der MA 10 (Wiener Kindergärten), entsprechende Medienberichte. Denen zufolge war am Freitag ein Termin mit Richard Wenzel, dem privaten Betreiber der Alt-Wien-Kindergärten, einem Wirtschaftsprüfer und einem Rechtsvertreter angesetzt gewesen.

Doch Cochlar sagt zum STANDARD, man habe Wenzel lediglich Einsichtnahme in den Bericht des Wirtschaftsprüfers gegeben – mehr nicht.

Frist verstrichen

Dass Eltern Hoffnung schöpfen könnten, will Cochlar vermeiden. Es habe eine Frist gegeben, die sogar verlängert wurde. Die MA 10 hatte die Abrechnung für das Geschäftsjahr 2015, eine Bankzusage für die Rückzahlung der Schulden in Höhe von 6,6 Millionen Euro sowie eine Bestätigung über einen neuen Alt-Wien-Vorstand gefordert.

Allen drei Punkten sei Wenzel jedoch nicht nachgekommen, der Stopp der Fördergelder seitens der Stadt also endgültig.

Gerüchte, wonach Wenzel mittlerweile eine Zusage für einen Bankkredit haben soll, will Cochlar nicht weiter kommentieren. Sie habe alles zu der Causa gesagt.

Betreuungsplätze gesucht

Unterdessen geht die Suche nach neuen Kindergartenplätzen für die Betroffenen weiter. Rund 2300 Kinder sind nach dem Fördergeldskandal ab Ende August ohne Betreuungsplatz. Viele sollen bereits umgemeldet worden sein. Allein in den städtischen Einrichtungen habe man bereits mehrere hundert Plätze vergeben, heißt es. Gegen Ende der Ferien, wenn die Familien aus den Urlauben zurückkehren, könnten es noch mehr werden.

Auch bei privaten Trägern ist das Interesse groß. 70 fixe Anmeldungen gibt es etwa bei den Kinderfreunden, mehrere Dutzend bei der St. Nikolaus Stiftung der Erzdiözese Wien.

Übernahme der Standorte

Was die etwaige Übernahme von Alt-Wien-Standorten betrifft, gibt es noch nichts Konkretes. Das Interesse dürfte nicht so groß sein, wie zunächst gedacht. Die MA 10 hatte zugesichert, bei konkreten Plänen die Förderanträge so schnell wie möglich zu bearbeiten. (Rosa Winkler-Hermaden, 12.8.2016)

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