Wespenstiche auch für Nichtallergiker gefährlich

12. August 2016, 16:09
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Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) gibt Tipps, was bei Wespenstichen und Schlangenbissen zu tun ist

Wien – Wespen: Im August sind sie wieder massenhaft im Anflug. Die bevorzugten Objekte der Begierde: Fleisch und Zucker. Was Wespen weniger interessiert, aber meistens leider auch in der Nähe von Marmelade, Wurst und Schinken ist: Menschen.

Erhöhte Gefahr droht, wenn Wespen im Halsbereich zustechen. Das kann auch für Nicht-Allergiker problematisch werden, wie das Österreichische Rote Kreuz betont. "Die Haut rund um die Einstichstelle rötet sich oft und schwillt an", sagt Wolfgang Schreiber, Chefarzt vom ÖRK. Ein Stich im Mundbereich kann ebenfalls die Atmung erschweren. Auch Personen, die bisher nicht auf Insektengift reagiert haben, können plötzlich eine Allergie entwickeln, ergänzt der Mediziner.

Eiskalt gegen Schwellung

"Das Immunsystem antwortet mit einer übertriebenen Abwehrreaktion auf den fremden Stoff, der durch den Stich in den Körper gelangt. Dabei kann es zusätzlich zu den Schwellungen auch zu schweren Kreislaufproblemen kommen", so Schreiber. Die möglichen Folgen: Fieber, Erbrechen, Atemnot – bis hin zum Kreislaufkollaps.

Die Tipps des ÖRK: Wenn der Stachel zu sehen ist, vorsichtig mit der Pinzette rausziehen. Danach kann die Körperstelle rund um den Stich mit kalten Umschlägen gekühlt werden, damit die Schwellung schneller abklingt. Das Lutschen von Eis hilft dabei das Zuschwellen der Atemwege zu vermeiden.

"Menschen, die über ihre Allergie auf Insektengift Bescheid wissen, haben oft eigene Notfallmedikamente mit. Als Ersthelfer kann man ihnen bei der Einnahme helfen", erklärt Schreiber. "Sollten Allgemeinsymptome wie Atemnot oder Kollapsigkeit auftreten unbedingt die Rettung anrufen."

Bei Schlangenbiss: "Keinesfalls die Wunde aussaugen"

Was die Gefahr von Schlangenbissen betrifft, gibt das ÖRK Entwarnung: In Österreich leben keine tödlichen Schlangen. "Wird man von einer heimischen Giftschlange wie Kreuzotter oder Sandviper gebissen, können Vergiftungserscheinungen auftreten, die aber im Allgemeinen nicht lebensbedrohend sind", erklärt Schreiber.

Wie bei Insektenstichen gilt es auch bei Schlangenbissen durch Kühlung die Schwellung zu stoppen. "Keinesfalls sollte die Wunde ausgesaugt oder abgebunden werden", so der Mediziner. (red, 12.8.2016)

  • Lästig, aber nicht aggressiv: Die heimische Wespe.
    foto: apa/dpa/peer grimm

    Lästig, aber nicht aggressiv: Die heimische Wespe.

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