Vastic gegen die Krise – gerne auch schmutzig

12. August 2016, 12:11
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WAC unter Pappeln bislang eher machtlos, SVM braucht Punkte

Mattersburg – Nach drei Runden und ebenso vielen Niederlagen findet sich der SV Mattersburg im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga wieder. Saisonübergreifend seit zwölf Ligaspielen ohne vollen Erfolg, beschäftige der Negativlauf die Mannschaft mittlerweile auch mental, wie Trainer Ivica Vastic erklärte. Gegen den WAC hofft Vastic auf den ersehnten Befreiungsschlag – zur Not auch mit einem "schmutzigen Sieg".

Am Samstag wird es 155 Tage her sein, seit Mattersburgs Fußballer in der Bundesliga zuletzt drei Punkte feierten. Seit diesem 1:0 in Grödig verging eine lange, sieglose Zeit, die Trainer Vastic zusehends in die Rolle des Psychologen drängte. "Es wird immer mehr zur Kopfsache", sagte Vastic angesichts des verpatzten Saisonstarts.

Positiv bleiben

Der 46-Jährige versucht, positiv zu bleiben, es gelte, "Vertrauen in sich und seine tägliche Trainingsarbeit" zu haben. "Natürlich würde ein Erfolgserlebnis in dieser Phase besonders gut tun, doch das müssen wir uns mit dem Glauben an uns und unsere Leistungen auch erarbeiten. Nichts passiert von alleine", sagte Vastic.

Vor Saisonstart wurde Mattersburg in der Öffentlichkeit als Abstiegskandidat tituliert. Bisher gelang es den Burgenländern nicht, den Gegenbeweis anzutreten: Einem 0:1 gegen die Admira folgten eine 1:3-Auswärtsniederlage bei der Austria und eine 0:2-Heimniederlage gegen Sturm.

Die Ergebnisse sind mittlerweile auch eine Folge des angekratzten Selbstvertrauens, wie Vastic verriet: "Anders ist es nicht mehr zu erklären, warum Spieler, die solche Chancen noch vor Monaten locker verwertet haben, nun scheitern."

WAC unter Pappeln machtlos

Grund zu Optimismus gibt ihm die Bilanz. Gegen den WAC sind die Burgenländer in bisher vier Duellen im heimischen Pappelstadion mit je zwei Siegen und Unentschieden noch ungeschlagen.

Die Kärntner würden, so Vastic, einen "einfachen, aber konsequenten Fußball" spielen. Er stellt sich auf einen harten Fight ein. "Es würde niemand etwas gegen einen schmutzigen Sieg haben", erklärte Vastic.

Pfeifenberger pfeift auf Serien

"Serien, egal welche, interessieren mich nicht", meinte WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger. "Mein Fokus liegt rein auf meiner Mannschaft, wir müssen am Samstag voll da sein." Mit vier Punkten zum Saisonstart kann der Salzburger gut leben. "Wir hatten zwei Auswärtsspiele dabei. Ich bin zufrieden mit dem Saisonstart." Vor allem die "sukzessive Leistungssteigerung" freut Pfeifenberger.

Die will er auch beim 1:0-Sieg gegen Ried bemerkt haben: "Wir haben zwar gegen Salzburg gepunktet, aber gegen Ried war es noch einmal eine stabilere Leistung, wo wir auch Akzente nach vorne setzen konnten."

Luft nach oben in finaler Zone

Ganz zufrieden kann der ehemalige Torjäger mit der Offensiv-Ausbeute (2 Tore) aber nicht sein: "In der finalen Zone ist noch sehr viel Luft nach oben. Das ist aber auch die schwierigste Zone. Wir brauchen noch mehr Entschlossenheit, mehr Abschlüsse.

Ein angeschlagener Gegner wie Mattersburg sei immer gefährlich: "Das wird ein enges Match. Beide Mannschaften stehen kompakt, es könnte ein Spiel um den zweiten Ball werden." (APA, 12.8.2016)

Mögliche Aufstellungen:

SV Mattersburg – Wolfsberger AC (Samstag, 18.30, Pappelstadion, SR Lechner). Duelle 2015/16: 1:0 (h) 1:2 (a), 1:1 (h), 0:2 a)

Mattersburg: Kuster – Farkas, Malic, Rath, Maksimenko – Jano – Seidl, Sprangler – Höller, Bürger, Röcher

Ersatz: Böcskör – Novak, Mahrer, Ertlthaler, Grgic, Ibser, Pink

WAC: A. Kofler – Standfest, Sollbauer, Rnic, Baldauf – Hüttenbrenner, Offenbacher – Zündel, G. Nutz, Klem – Hellquist

Ersatz: Dobnik – Drescher, Tschernegg, Rabitsch, Prosenik, Wernitznig, Topcagic

Es fehlen: Trdina (Kreuzbandriss), Rosenberger (Athroskopie am Meniskus), Palla (Rücken)

  • Ivo Vastic steht unter Druck.
    foto: apa/hans punz

    Ivo Vastic steht unter Druck.

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