Island zieht Parlamentswahlen auf den Herbst vor

12. August 2016, 08:53
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Konsequenz aus Affäre um die "Panama Papers"

Reykjavik – In Island wird es als Folge des Skandals um die "Panama Papers" vorgezogene Neuwahlen geben. Die Parteien im Parlament hätten sich auf den 29. Oktober als Wahldatum geeinigt, sagte der amtierende Ministerpräsident Sigurdur Ingi Johannsson am Donnerstagabend im Fernsehsender RUV. Eigentlich hätte die Wahl erst im kommenden Jahr angestanden.

Johannsson hatte das Regierungsamt übernommen, nachdem der damalige Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson im April wegen Enthüllungen in den "Panama Papers" zurücktreten musste. Gunnlaugssons Name war im Zusammenhang mit Finanzgeschäften von Briefkastenfirmen aufgetaucht. Er fand sich in den im Internet veröffentlichten Dokumenten einer Finanzkanzlei in Panama, die ein weltweites Netz zur Steuervermeidung aufgebaut hatte.

Die Enthüllungen hatten in der isländischen Politik für Wirbel gesorgt, empörte Bürger versammelten sich im April zu Großdemonstrationen auf den Straßen von Reykjavik. Bei der Präsidentschaftswahl im Juni gewann dann der politische Quereinsteiger Gudni Johannesson, der sich als Alternative zum Politik-Establishment empfohlen hatte. (APA/AFP, 12.8.2016)

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