Venezuela und Kolumbien vereinbarten Wiedereröffnung der Grenze

12. August 2016, 10:25
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Zunächst sollen nur Fußgänger durchgelassen werden – Ab Samstag

Caracas/Bogota – Die südamerikanischen Staaten Venezuela und Kolumbien wollen ihre Grenze ein Jahr nach der Schließung wieder öffnen. Ab Samstag sollen zunächst fünf Grenzübergänge für Fußgänger freigegeben werden, teilte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem venezolanischen Kollegen Nicolas Maduro mit.

Die Fußgänger dürfen die Grenzübergänge jeweils 15 Stunden am Tag passieren. Venezuela hatte die Grenze vor einem Jahr geschlossen und dafür Sicherheitsgründe angeführt. Die linksgerichtete venezolanische Regierung beschuldigte damals rechtsgerichtete kolumbianische Paramilitärs, einen Grenzposten angegriffen zu haben.

In den vergangenen Wochen hatte Venezuela die Grenze bereits wiederholt kurzzeitig für Fußgänger geöffnet, um ihnen die Möglichkeit zum Einkaufen im Nachbarland zu geben. Zehntausende deckten sich bei diesen Gelegenheiten mit Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs ein.

Venezuela durchlebt derzeit eine tiefe Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises verfügt das extrem vom Energiesektor abhängige Land nicht über genügend Devisen, um Rohstoffe und Importwaren.

OAS-Mitglieder forder zügige Amtsenthebung

Eine Gruppe von 15 Mitgliedern der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat derweil ein zügiges Referendum zur Amtsenthebung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefordert. Die verbleibenden Schritte für ein Referendum müssten "klar, konkret und ohne Verzögerung" umgesetzt werden, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der 15 Staaten.

Darunter finden sich die USA, Kanada, Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Mit der Abhaltung einer Volksbefragung könne zur "schnellen und wirksamen Lösung" der derzeitigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten des Landes beigetragen werden, hieß es weiter. Regierung und Opposition wurden aufgerufen, in einen "ehrlichen" Dialog einzutreten und entweder direkt oder über Vermittler miteinander zu sprechen.

Die mit dem sozialistischen Staatschef Maduro verbündeten Staaten Ecuador, Bolivien und Nicaragua unterzeichneten den Aufruf nicht. Venezuelas Botschafter bei der OAS, Bernardo Alvarez, zeigte sich überrascht von dem Appell, den er einen "undiplomatischen Akt" nannte. (APA, 12.8.2016)

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