Investitionen in China steigen so schwach wie seit 16 Jahren nicht

12. August 2016, 06:28
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Land setzt verstärkt auf Binnenkonjunktur und will privaten Konsum ankurbeln

Peking – Chinas Wirtschaft steht weiter unter Druck. Wie neueste Daten des Statistikamtes am Freitag zeigten, fiel das Wachstum bei den Anlageinvestitionen auf den niedrigsten Stand seit mehr als 16 Jahren. Von Jänner bis Juli legte es lediglich um 8,1 Prozent zu und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten von 8,8 Prozent zurück. Von Jänner bis Juni hatte das Plus noch neun Prozent betragen.

Das ist bereits der dritte Monat in Folge, in dem die Anlageinvestitionen, die in der Vergangenheit ein entscheidender Wachstumsfaktor waren, weniger als zehn Prozent zulegten. Das könnte darauf hindeuten, dass die Effekte eines Kreditbooms zu Jahresbeginn wieder nachlassen.

Nach einem jahrzehntelangen Wachstum mit teils zweistelligen Raten will die Regierung in Peking das exportlastige Wirtschaftsmodell jetzt stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichten und den privaten Konsum ankurbeln. Dafür nimmt sie weniger Wachstum in Kauf. Es gibt aber auch Skepsis, ob die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA den Strukturwandel und die maue Weltwirtschaft meistern kann. Die Wirtschaft des Landes sei immer noch im Umbruch und stehe unter Abwärtsdruck, sagte ein Sprecher des Statistikamts.

Mit verschiedenen Maßnahmen will China Investitionen und damit das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Doch die Bereitschaft dazu ließ sowohl bei staatlichen Firmen als auch bei Privatinvestoren nach. Auch bei der Industrieproduktion lief es nicht so wie erwartet. Zwar legte der Ausstoß der Fabriken im Juli binnen Jahresfrist um sechs Prozent zu. Analysten hatten allerdings mit 6,1 Prozent gerechnet. Der Einzelhandel schwächelte ebenfalls – die Umsätze stiegen nur noch um 10,2 Prozent nachdem sie im Vormonat noch um 10,6 Prozent zugelegt hatten. (APA, 12.8.2016)


  • In China steigen die Investitionen nur mehr langsam. Am Bild: Ein Arbeiter beim Bau einer Brücke in Zhengzhou.
    foto: reuters / chan

    In China steigen die Investitionen nur mehr langsam. Am Bild: Ein Arbeiter beim Bau einer Brücke in Zhengzhou.

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