Hohe Beteiligung bei Präsidentenwahl in Sambia

11. August 2016, 20:30
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Knapper Ausgang erwartet – Wahlkampf von Gewalt überschattet

Lusaka – Nach einem von Gewalt überschatteten Wahlkampf ist die Präsidentenwahl im südafrikanischen Sambia am Donnerstag friedlich verlaufen. Vor den Wahllokalen bildeten sich den Tag über lange Schlangen, so dass Beobachter eine hohe Wahlbeteiligung vorhersagten. Im Rennen zwischen Amtsinhaber Edgar Lungu und seinem Herausforderer Hakainde Hichilema wurde ein knappes Ergebnis erwartet.

Die Wahllokale schlossen um 18.00 Uhr MESZ, mit dem Ergebnis wird frühestens am Freitagabend gerechnet. Außer dem Präsidenten wurde auch über das Parlament und die Kommunalvertretungen abgestimmt.

Der Wahlkampf zwischen Lungus Patriotischer Front (PF) und Hichilemas Vereinigter Partei für die nationale Entwicklung (UPND) war von Gewalt überschattet gewesen. Mindestens drei Menschen wurden getötet. Kritiker werfen Lungu vor, massiv gegen Oppositionelle vorzugehen. Der UPND-Vizechef Geoffrey Mwamba wurde in diesem Jahr zweimal wegen "Diffamierung" des Präsidenten festgenommen.

Nach dem Tod von Staatschef Michael Sata im Oktober 2014 hatte das Land im Jänner 2015 einen Nachfolger gewählt, der das Mandat zu Ende führen sollte. Lungu gewann mit nur knapp 28.000 Stimmen Vorsprung gegen den wohlhabenden Geschäftsmann Hichilema, der am Donnerstag bereits zum fünften Mal für das höchste Staatsamt kandidierte. Beobachtern zufolge hat sich die Stimmung im Land seit Lungus Amtsantritt massiv verschlechtert.

Stichwahl erwartet

Hichilema sagte nach seiner Stimmabgabe am Donnerstag, das sambische Volk habe "seit der Unabhängigkeit niemals so gelitten" wie heute. Er deutete an, das Wahlergebnis anerkennen zu wollen – nach seiner Niederlage im vergangenen Jahr hatte er der Gegenseite Betrug vorgeworfen. "Wir erwarten freie, faire und transparente Wahlen", sagte Hichilema. "Die Sambier erwarten nichts anderes (und) wer auch immer gewinnt, so soll es sein."

Lungu zeigte sich nach seiner Stimmabgabe zufrieden mit der Wahlbeteiligung. Er werde nach Hause gehen, um die "friedliche Verkündung des Ergebnisses abzuwarten", sagte er. "Ich fordere Sie auf, es ebenso zu tun."

Der Gewinner der Präsidentenwahl muss mehr als 50 Prozent auf sich vereinen. Eine zweite Runde könnte binnen weniger Wochen stattfinden. In dieser Zeit befürchten Beobachter weitere Ausschreitungen.

Sata war 2011 in einem friedlichen Machtwechsel Präsident des kupferreichen Landes geworden. Im Gegensatz zu den Nachbarländern Angola und Simbabwe gab es in Sambia nach der Unabhängigkeit von Großbritannien 1964 keine Kriege oder Aufstände. (APA, 11.8.2015)

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